Juncker fordert Einführung von „Corona-Bonds“

Trotz der Einigung der EU-Finanzminister auf ein Hilfspaket in der Coronavirus-Krise hat sich der ehemalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker weiter für gemeinsame europäische Anleihen ausgesprochen. „Es wäre ein Fehler, sich jetzt von der Einführung von ‚Corona-Bonds‘ oder Euro-Bonds zu verabschieden“, sagte Juncker der „Welt“ und den anderen Zeitungen der Leading European Newspaper Alliance (LENA).

Zwar sei die Zeit für „Corona-Bonds“ noch nicht reif gewesen, sagte der EU-Politiker, fügte aber hinzu: „Die Idee wird sich am Ende durchsetzen.“ Die EU solle weiter auf dieses Ziel hinarbeiten „und den südeuropäischen Ländern, Italien und Spanien, auch klarmachen, dass wir das tun“.

Das Hilfspaket enthält in der Hauptsache drei Elemente: vorsorgliche Kreditlinien des Euro-Rettungsschirms ESM, einen Garantiefonds für Unternehmenskredite der Europäischen Investitionsbank EIB und ein Kurzarbeiterprogramm namens „Sure“. Das Streitthema „Corona-Bonds“ war zunächst ausgeklammert worden.