Johnson nimmt morgen Regierungsarbeit wieder auf

Nach seiner Infektion mit dem Coronavirus will der britische Premierminister Boris Johnson laut Presseberichten bereits morgen die Regierungsarbeit wieder aufnehmen. Die britische Nachrichtenagentur PA berichtete heute, der 55-Jährige werde zu Wochenbeginn in sein Büro in der Downing Street zurückkehren, nachdem er sich von seiner Covid-19-Erkrankung erholt habe. Eine vom Fernsehsender Sky News zitierte regierungsnahe Quelle sagte, Johnson stehe „in den Startlöchern“.

Boris Johnson
AP/Matt Dunham

Johnson war schwer an der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt und musste zwischenzeitlich auf der Intensivstation behandelt werden. Am 12. April wurde er aus dem Krankenhaus entlassen, seither erholt er sich auf dem Landsitz Chequers nahe London. Als sein Stellvertreter fungiert derzeit Außenminister Dominic Raab.

Schwierige Entscheidungen warten

Der Premier wird eine Antwort darauf finden müssen, wie und wann die Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgehoben werden können, ohne eine zweiten Infektionswelle zu riskieren. Johnsons Regierung wird vorgeworfen, langsamer als andere Länder Europas auf den Virusausbruch reagiert zu haben. Die Zahl der offiziell gemeldeten Coronavirus-Toten im Land liegt inzwischen bei mehr als 20.000. Über lange Zeit gab es nur vergleichsweise wenig Tests, auch mangelte es an Schutzausrüstungen für Mitarbeiter in Kliniken.

Der „Lock-down“ belastet die weltweit fünftgrößte Volkswirtschaft stark – sie könnte laut Experten in die schwerste Rezession seit mehr als 300 Jahren abgleiten. Viele Parlamentarier verlangen deshalb, die Beschränkungen zu lockern, um so die Konjunktur anzukurbeln.