F: Auslastung von Zügen soll online ersichtlich sein

Bahnreisende in Frankreich sollen sich in der Coronavirus-Krise bereits vor der Fahrt über die Auslastung der Züge informieren können. Für jeden Zug soll es etwa in der App einen Tag vor der Abfahrt ein entsprechendes Symbol geben, kündigte Christophe Fanichet heute in einem Interview mit der Zeitung „Le Parisien“ an. Er ist bei der Staatsbahn SNCF für Fahrgäste zuständig.

„Diese Informationen ermöglichen es Reisenden (…) je nach erwarteter Auslastung einen Zug früher oder später zu nehmen.“ Das gelte besonders für Regionalzüge. Bei Fernverkehrszügen wie dem TGV gilt in Frankreich sowieso Reservierungspflicht. Dort soll die Buchung blockiert werden, wenn eine Auslastung von 50 Prozent erreicht ist.

Ab dem 11. Mai werden in Frankreich die strengen Ausgangsbeschränkungen voraussichtlich gelockert. Fahrten von mehr als 100 Kilometer Entfernung zum Wohnort sind aber nur in Ausnahmefällen erlaubt. Die SNCF will von da an zunächst etwa 50 bis 60 Prozent der Züge fahren lassen.

Maskenpflicht ab Montag

Fanichet betonte, dass Reisende ihre Fahrt im Voraus gut vorbereiten sollten. „Ich erwarte, dass sie eine Maske tragen, sonst werden sie den Bahnhof nicht betreten, die Abstandsregeln respektieren und wenn möglich eine Flasche Desinfektionsmittel dabei haben.“ Ab Montag gilt in Frankreich in allen öffentlichen Verkehrsmitteln Maskenpflicht.

Ende der Woche will die SNCF die Fahrpläne aller Züge für die kommenden drei Wochen veröffentlichen. Die SNCF ist nach den wochenlangen Bahnstreiks gegen die Pensionsreform im Dezember und Jänner bereits angeschlagen. Fanichet meinte aber, dass es in der Krise keine Preiserhöhungen geben werde.

Chaos wird ab Montag vor allem im Großraum Paris erwartet – hier droht im Nahverkehr ein Kollaps. Catherine Guillouard, die Chefin der Pariser Verkehrsgesellschaft RATP, kündigte an, dass im Schnitt nur 75 Prozent der Metros fahren werden. Lediglich die beiden automatischen Linien fahren in normaler Taktung.