EU-Asylbüro rechnet mit stärkeren Fluchtbewegungen

Zwar sind die Asylantragszahlen in der EU in den letzten Monaten stark gesunken. Sollte sich das neuartige Virus aber in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen weiterhin stark ausbreiten, rechnet das EU-Unterstützungsbüro für Asylfragen (EASO) mittelfristig mit einem starken Anstieg von Fluchtbewegungen aus diesen Ländern, wie es heute mitteilte.

Nationale Asylbehörden sollten sich deshalb schon jetzt auf einen Ausbruch in den einkommensschwachen Ländern, aus denen traditionell auch der größte Teil der Asylsuchenden in der EU kommt, vorbereiten. Das Risiko eines solchen Szenarios schätzt die EU-Asylbehörde auf „mittel bis hoch“, wie aus einem EASO-Spezialbericht hervorgeht.

EASO führt einerseits direkte Konsequenzen eines Ausbruchs in ärmeren Ländern – Hunger, Konflikte, Sicherheitsrisiken – an, warnt aber auch vor indirekten Folgen wie etwa dem Wiederaufleben der Terrormiliz „Islamischer Staat“, die das derzeitige Vakuum zur Vorbereitung ihrer Rückkehr nutze.