Gastroöffnung: Zwischen Vorfreude und Verunsicherung

Die heimische Gastronomie öffnet am Freitag nach zwei Monaten „Lock-down“ wieder ihre Pforten, allerdings unter rigorosen und auch für die Gäste gewöhnungsbedürftigen Vorgaben. Vor diesem Comeback der Gastroszene gibt es viel Vorfreude, unzählige Fragen und auch Unsicherheit bei den Unternehmern. Das bestätigte auch Mario Pulker, der Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), gegenüber der APA.

„Wir blicken dem alle mit großen Erwartungen, aber auch mit einer großen Unsicherheit entgegen. Viele Mitgliedsbetriebe sagen, sie sind schon ausreserviert fürs Wochenende, wissen aber nicht: Was wird unter der Woche los sein? Was ist, wenn nach den ersten 14 Tagen der erste Ansturm vorbei ist?“, so Pulker. Zudem gebe es viele Betriebe mit großer Abhängigkeit vom Tourismus.

WKÖ-Obmann pocht auf Verordnung für Hotellerie

Auch das Modell Kurzarbeit greife erst nach einem Monat, doch viele Betriebe können die Mitarbeiter nicht gleich zu 100 Prozent übernehmen. „Wir haben schon noch einige Parameter, die wir umschiffen müssen, damit wir die Betriebe ordentlich in die Höhe fahren können.“ Er hoffe auf ein Kombilohnmodell anstelle der Kurzarbeit. In diesem würde es neben dem Lohn einen staatlichen Zuschuss in einem bestimmten Prozentsatz des Arbeitslosengeldanspruchs geben.

„Wir brauchen auch sehr schnell die Verordnung für die Öffnung der Hotellerie“, sagte Pulker zudem. Für die Gastronomie rechnet er vorerst mit rund zehn Prozent der Betriebe, die am 15. Mai noch nicht aufsperren werden. „Wenn du zu 90 Prozent von chinesischen Gästegruppen abhängig bist, brauchst du nicht aufsperren.“ Eine andere Problematik biete sich vielen Betrieben, die in einer Miete oder Pacht sind und aufsperren müssen, obwohl sie wissen, dass ihr Geschäftsmodell nicht funktionieren wird.