Kopie der Mariensäule in Prag aufgestellt

Auf dem Altstädter Ring im historischen Zentrum Prags wurde heute nach 102 Jahren die Mariensäule wieder aufgestellt. Es handelt sich um eine Kopie jener Mariensäule, die im Oktober 1918 von einer wütenden Menschenmenge als katholisches Symbol der Habsburger-Monarchie abgerissen worden war. Der Schöpfer der Sandsteinreplik ist der tschechische akademische Bildhauer Petr Vana.

Über die Wiederaufstellung der Säule wurde in Prag seit den 90er Jahren heftig diskutiert, weil die Pläne für Kontroversen sorgten. Die einen sehen darin eine Erinnerung an die Verteidiger Prags in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) und ein bedeutendes Barockwerk. Die anderen betrachten es demgegenüber als Symbol einer intoleranten Rekatholisierung des Landes.

Die Säule ist fast 16 Meter hoch, zwei Meter hat die vergoldete Statue der Jungfrau Maria an der Spitze. In den Ecken des Sockels gibt es vier Engelsstatuen, die die vier Tugenden symbolisieren.

Die Mariensäule war mehr als 260 Jahre lang auf dem Altstädter Ring gestanden. Kaiser Ferdinand III. hatte sie 1650 aus Dank für die Rettung vor einem schwedischen Heer im Jahr 1648 am Ende des Dreißigjährigen Krieges gestiftet und vom Bildhauer Johann Georg Bendl errichten lassen. Viele Tschechinnen und Tschechen sahen sie vor allem als Siegeszeichen der verhassten Gegenreformation und der Herrschaft der Habsburger.