Mehr Fälle sexueller Ausbeutung von Kindern im Netz

Die Coronavirus-Krise hat laut Europol zu einer starken Zunahme bei den Fällen sexueller Ausbeutung von Kindern durch Onlineverbreitung von Fotos und Videos geführt. In der Isolation seien Kinder gefährdeter als sonst, in einigen Ländern gebe es mehr Fälle von sexuellem Missbrauch – das geht aus einem gestern von Europol in Den Haag veröffentlichten Bericht hervor.

Täter hätten ihre Aktivitäten in Sozialen Netzwerken und auch im verborgenen Teil des Internets, dem Darknet, stark ausgeweitet. In den vergangenen Monaten gab es dem Bericht zufolge weltweit „eine Welle“ von Missbrauchsvideos oder -bildern, die online angeboten und geteilt wurden.

Während bei Europol sonst monatlich rund 100.000 Fälle von sexueller Ausbeutung gemeldet werden, schnellte die Zahl im März auf eine Million. Im Mai sei die Zahl wieder gesunken.

Maßnahmen erhöhen Gefährdung von Kindern

Europol warnt vor einer zunehmenden Gefährdung von Kindern durch die Maßnahmen gegen die Pandemie. Während des „Lock-down“ habe sich das Leben von Kindern „von der realen Welt zunehmend in die online virtuelle Welt“ verlagert. Das nutzten Täter aus, um die Gruppe ihrer möglichen Opfer zu vergrößern.

Europol befürchtet, dass der Missbrauch von Kindern „auf Bestellung“ und im Livestream zunehmen werde. Ermittler stellten fest, dass in Foren von Sextätern die Nachfrage nach Webcam-Videos stark zugenommen habe. Dabei gehe es um selbst aufgenommenen Missbrauch – aber auch um Aufnahmen von Kindern selbst, die ohne ihr Wissen gehandelt würden.