Eckhaus, Präsident der Juden aus Österreich, ist tot

Gideon Eckhaus, langjähriger Präsident des Zentralkomitees der Juden aus Österreich in Israel, ist gestern, wenige Tage vor seinem 97. Geburtstag, in Tel Aviv gestorben. Das teilte Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) in einer Aussendung mit. Auch andere Politiker und Politikerinnen äußerten sich wie Schallenberg tief betroffen.

Der langjährige Präsident des Zentralkomitees der Juden aus Österreich, Gideon Eckhaus
APA/Wolfgang Sablatnig

Gideon Eckhaus wurde am 3. Juli 1923 als Sohn des Kaufmanns Karl Eckhaus und dessen Frau Sabine in Wien geboren. 1935 schloss er sich dem zionistischen Jugendverband an. 1938 konnte er nach Palästina fliehen. Sein Vater wurde in Auschwitz ermordet. Seine Mutter war bereits 1934 verstorben, sein Bruder überlebte in den USA.

Eckhaus selbst beteiligte sich später als glühender Zionist am Aufbau des Staates Israel und arbeitete an der Integration jugendlicher Einwanderer. Einen Großteil seines Lebens widmete er sich als Präsident des Zentralkomitees der Juden aus Österreich den aus Österreich stammenden Israelis. Seit 1994 war Eckhaus maßgeblich an den Restitutionsverhandlungen mit der österreichischen Regierung beteiligt. Er war auch Vorsitzender der Israelisch-Österreichischen Gesellschaft Tel Aviv.

Würdigungen aus Politik

„Mit Gideon Eckhaus ist ein großer Österreicher gestorben. Er war einer der vielen jüdischen Österreicherinnen und Österreicher, die vertrieben wurden, denen die Heimat, Hab und Gut, vor allem aber Verwandte und Freunde von den Nazis und Mitläufern geraubt wurden“, erklärte Bundespräsident Alexander Van der Bellen in einer Aussendung.

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) sprach Eckhaus Angehörigen seine Anteilnahme aus. ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg betonte, Eckhaus werde „als Mahner und Zeitzeuge sehr fehlen. Es liegt nun immer mehr an uns, die Erinnerung und die Lehren, die wir aus der Vergangenheit ziehen müssen, zu bewahren.“

Die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) würdigte Eckhaus als „Kämpfer“, als „starker und selbstbestimmter Mensch, der sich stets für die Gerechtigkeit stark gemacht hat.“ Auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner zeigte sich tief betroffen.