Landeverbote für Risikoländer verlängert

Kurz vor der erwarteten Veröffentlichung allgemeiner Reisebeschränkungsempfehlungen der EU hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) heute eine nationale Maßnahme zur Bekämpfung von Coronavirus-Infektionen verlängert: Flugzeuge aus acht Staaten sowie einer italienischen Region dürfen bis zum 15. Juli nicht in Österreich landen.

Betroffen vom österreichischen Landeverbot sind somit weiterhin Flüge aus Weißrussland, China, Großbritannien, dem Iran, Portugal, Russland, Schweden, der Ukraine sowie der italienischen Region Lombardei.

Ausnahmen möglich

Ausnahmebewilligungen sind seit einer Novelle der Landeverbotsverordnung am 18. Juni auch für den Fall möglich, dass ein Flug nach Österreich „im Interesse der Republik“ steht. Das sei im Zuge von Lockerungen gerechtfertigt gewesen, so eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums gegenüber der APA.

„Insbesondere wirtschaftliche, politische oder andere gesellschaftspolitische Ereignisse, die von Relevanz für die Republik sind, fallen in diese Kategorie“, sagte sie und verwies auf erforderliche Einzelfallüberprüfungen durch das zuständige Ministerium.

EU-Entscheidung über Beschränkung für Drittstaaten

Die EU will die Einreisebeschränkungen für Bürger und Bürgerinnen aus 14 Drittstaaten lockern – aber nicht für jene aus den USA. Nach Informationen von EU-Diplomaten stehen die 27 EU-Regierungen vor der Einigung auf eine Liste sicherer Staaten in der Coronavirus-Krise, für die die Reisebeschränkungen mit morgen gelockert werden könnten.

Auf der Liste stünden Algerien, Australien, Kanada, Georgien, Japan, Montenegro, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. Die Einspruchsfrist in Brüssel läuft heute Nachmittag aus.

Diese Länder haben die Coronavirus-Pandemie nach allgemeiner Einschätzung weitgehend im Griff. Dagegen können Einreisende aus den USA, Russland und Brasilien nicht mit Lockerungen rechnen.