Pakistan: Indien für Börsenanschlag in Karachi verantwortlich

Pakistan hat das verfeindete Nachbarland Indien bezichtigt, Drahtzieher des Anschlags auf die Börse in Karachi zu sein. „Wir haben keine Zweifel, dass Indien hinter dem Angriff steckt“, sagte Pakistans Premierminister Imran Khan heute in einer Parlamentsrede in Islamabad.

Bewaffnete Angreifer hatten gestern Früh versucht, das Börsengebäude in Pakistans größter Stadt zu stürmen. Sie wurden von pakistanischen Einsatzkräften gestoppt. Insgesamt starben sieben Menschen – die vier Angreifer, zwei Sicherheitskräfte und ein Polizist.

Die separatistische Baluchistan-Befreiungsarmee (BLA), die die Abspaltung der pakistanischen Provinz Baluchistans anstrebt, bekannte sich zu dem Anschlag.

Indien bisher nicht direkt reagiert

Indiens Absicht sei, Pakistan zu destabilisieren, sagte Premier Khan. Mindestens vier Terrorangriffe seien in jüngster Vergangenheit von den Sicherheitsbehörden vereitelt worden. „Unsere Dienste waren höchst alarmiert und wir waren komplett vorbereitet.“

Indien reagierte nicht direkt auf Khans Aussagen. Das Außenministerium in Neu-Delhi hatte aber bereits gestern ähnliche Andeutungen des pakistanischen Ressortchefs Shah Mahmoud Qureshi als „falsch und absurd“ zurückgewiesen.

Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indiens und der Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 ist das Verhältnis zwischen den beiden Staaten schwierig. Immer wieder eskalieren Konflikte, darunter vor allem der Grenzstreit um die Kaschmir-Region, auf die beide Atommächte Anspruch erheben.