Tiertransportgipfel brachte kein konkretes Ergebnis

Der Tiertransportgipfel bei Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gestern hat keine konkreten Ergebnisse gebracht. Ihm sei es wichtig, Allianzen zwischen den Beteiligten, von den Bauern bis zu den Tierschützern, zu schmieden, so Anschober.

Die Treffen sollen nun vierteljährlich fortgesetzt werden. Es seien jedenfalls „gute Fortschritte“ erzielt worden, sagte er im Ö1-Morgenjournal.

Nun gelte es Alternativen zum Lebendtransport von Rindern in Staaten außerhalb der EU zu finden und für den Transport „ganz junger Kälber“ innerhalb der EU. So könnte bei Zuchtprogrammen statt der Lebendrinder nur ihr tiefgekühltes Sperma versandt werden. Anschober setzt hier auch auf die EU, wo sich ein Untersuchungsausschuss in den nächsten Wochen dieses Themas annehmen werde. Außerdem soll die öffentliche Hand in ihren Kantinen vermehrt auf Regionalität setzen.

Am Treffen nahm auch Sebastian Bohrn Mena teil, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens. Seinen Angaben zufolge werden jährlich über 50.000 Kälber ins Ausland transportiert, bis nach Algerien, Usbekistan und in den Iran – während gleichzeitig das Fleisch von über 100.000 Kälbern importiert wird. 41 Prozent dieser exportierten Kälber seien jünger als 28 Tage, so Bohrn Mena.

Gemischte Reaktionen

Die Reaktionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gipfels fielen gemischt aus. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten lobte das gute Gesprächsklima beim Gipfeltreffen, forderte aber eine Systemumkehr ein. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) meinte in einer Aussendung, dass schon mit der Einhaltung bestehender Gesetze viel geholfen wäre. Bohrn Mena zufolge habe der Gipfel ein „historisches Ergebnis“ gebracht.

Die Landwirtschaftskammer sieht „die Bäuerinnen und Bauern auf dem richtigen Weg“. Gleichzeitig würden sich diese aber in der EU auf einem offenen Markt befinden, weshalb Änderungen nicht einseitig, sondern auf EU-Ebene anzupacken seien. „Ja zu strengsten Standards, aber im europäischen Gleichklang“, so deren Präsident Josef Moosbrugger. Er warnte vor nationalen Alleingängen und einem „Schuss des österreichischen Tierschutzes ins eigene Knie“.

Im Zuge der Covronavirus-Pandemie sind auch die Arbeitsbedingungen in Großfleischereien in den Fokus gerückt. In den nächsten Tagen starten die Verhandlungen für den Kollektivvertag der Fleischer, im vergangenen Jahr waren diese äußerst zäh verlaufen. Nach fünf Verhandlungsrunden erfolgte eine Einigung auf ein Mindestgehalt von 1.500 Euro brutto.