Hände und Masken
APA/Robert Jaeger
Österreich

Vier Prozent der Sterbefälle durch Covid-19

Im März und April sind in Österreich laut Statistik Austria 588 Menschen an Covid-19 gestorben. Das waren etwa vier Prozent der Todesfälle. Ab dem Alter von 65 Jahren erhöhte sich der Anteil dieser Todesursache stark. Am höchsten – mit 8,7 Prozent – war der Anteil von Covid-19 an der Mortalität in Tirol.

„Mit Ausbruch der Covid-19-Krise Mitte März ist die Sterblichkeit in Österreich spürbar angestiegen. Der Höhepunkt wurde in der ersten April-Hälfte erreicht mit rund 16 Prozent mehr Sterbefällen als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Danach ist die Sterblichkeit wieder auf das Niveau der Vorjahre zurückgegangen“, so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas am Donnerstag in einer Aussendung.

Insgesamt lag sie in den Monaten März und April nur um ein Prozent höher als in den Jahren zuvor. Betroffen waren laut Statistik Austria zumeist ältere Personen mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz- und Nierenerkrankungen. Auf die Wohnbevölkerung gerechnet starben fast doppelt so viele Männer wie Frauen an den Folgen von Covid-19.

Unter 60-Jährige wenig betroffen

Zwischen dem 1. März und 30. April 2020 verstarben in Österreich 15.107 Personen. Bei 588 Sterbefällen wurde Covid-19 als zugrunde liegende Todesursache angegeben, das waren 3,9 Prozent aller Todesfälle, wobei für die Zählung die Definition das Epidemiologischen Meldesystems (EMS) ausschlaggebend ist.

Dort werden Verstorbene nur dann als Covid-19-Tote gezählt, wenn amtsärztlich festgestellt wurde, dass Covid-19 die Ursache für das Ableben der Betroffenen war. Diese Geschlechterverteilung bezieht sich altersstandardisiert auf die Bevölkerung. Es leben in Österreich in hohen Altersgruppen viel mehr Frauen als Männer.

In der Altersgruppe der unter 60-Jährigen war der Anteil der nach einer SARS-CoV-2-Infektion und Krankheit Verstorbenen mit 1,4 Prozent sehr gering. Bei den 60- bis 64-Jährigen lag sie bei 1,9 Prozent, bei den 65- bis 69-Jährigen allerdings schon bei 4,3 Prozent. Um jeweils 0,1 Prozent stieg sie in den zwei darauffolgenden Altersgruppen (70- bis 74-Jährige: 4,4 Prozent; 75- bis 79-Jährige: 4,5 Prozent). Bei den über 80-Jährigen betrug sie dagegen 4,2 Prozent.

Ortsansicht von Ischgl
APA/EXPA/Johann Groder
Die Entwicklung in Österreich ist vor allem auf Tirol zurückzuführen – fast neun Prozent aller Verstorbenen starben an CoV

Tirol an der Spitze

Vor allem die Vorgänge in Ischgl dürften nicht ohne Folgen geblieben sein. So betrug der Anteil der Covid-19-Opfer in Tirol 8,7 Prozent an allen Verstorbenen und stellte damit die Spitze in Österreich dar. In der Steiermark waren es 5,4 Prozent, in Wien fünf Prozent. Dann kamen Salzburg (vier Prozent), Vorarlberg (3,3 Prozent), Niederösterreich (2,8 Prozent) und Oberösterreich (zwei Prozent). In Kärnten (1,2 Prozent) und im Burgenland (1,1 Prozent) wirkte sich die Cornoavirus-Pandemie offenbar kaum auf die Sterbeursachen aus.

Leichte Übersterblichkeit

Berücksichtige man die unterschiedliche Anzahl älterer Menschen in der Bevölkerung der einzelnen Jahre, zeige sich, dass die Sterblichkeit insgesamt – d. h.: die altersstandardisierte Sterberate – im März und April 2020 nur um ein Prozent höher war als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019.

Im März bzw. April lag damit die Sterblichkeit (mit einem Wert von 167,1 auf 100.000 Personen) zwar etwas über dem Jahr 2019 (mit einem Wert von 162,4 auf 100.000 Personen), aber dennoch unter den Werten der Jahre 2015 und 2018 (177,0 bzw. 170,2 auf 100.000 Personen).

Männer stärker betroffen

Die Sterblichkeit aufgrund von Covid-19 (6,5 auf 100.000 Personen) war in der Periode März/April höher als die Sterblichkeit durch chronische Atemwegserkrankungen und durch Diabetes. Covid-19-Sterbefälle betrafen häufiger Männer (55,1 Prozent) als Frauen. Erwartungsgemäß trat der Tod bei der überwiegenden Mehrzahl der an der Infektion verstorbenen Personen in einer Krankenanstalt (rund 86 Prozent) ein.

Verstorbene aufgrund von Covid-19 wiesen etwas mehr zusätzliche Krankheiten auf (durchschnittlich 4,8 Angaben auf dem Totenschein) als Personen ohne SARS-CoV-2-Infektion. Die häufigste Begleiterkrankung bei Covid-19-Sterbefällen ab dem 65. Lebensjahr war Bluthochdruck. Ein Fünftel hatte zusätzlich eine Nierenerkrankung und/oder Diabetes und/oder eine ischämische Herzkrankheit.

Bei 17 Prozent der Pandemieopfer wurde zusätzlich eine Demenzerkrankung auf dem Totenschein vermerkt, bei etwas über zehn Prozent eine chronische Atemwegserkrankung und bei etwas weniger als zehn Prozent eine Krebserkrankung.

Häufigste Todesursachen

Laut jüngsten statistischen Zahlen der Statistik Austria war 2018 die häufigste Todesursachengruppe Herz-Kreislauf-Krankheiten mit rund 39 Prozent. Rund ein Viertel aller Österreicher und Österreicherinnen starben an Krebs. 6,6 Prozent erlagen einer Krankheit der Atmungsorgane, 3,3 Prozent einer Krankheit der Verdauungsorgane. An nicht natürlichen Todesursachen wie Verletzungen und Vergiftungen starben 5,4 Prozent. Im Vergleich zu den Zahlen von 2018 liegt Covid-19 daher an fünfter Stelle bei den Todesursachen.