WIFO: BIP sinkt im zweiten Quartal um über zwölf Prozent

Der weitreichende „Lock-down“ gegen die Coronavirus-Pandemie hat Österreichs Wirtschaft im zweiten Quartal um 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr einbrechen lassen. Das sei eine Rezession historischen Ausmaßes, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) heute. Verglichen mit dem ersten Vierteljahr, das schon ein Minus aufgewiesen hatte, war das BIP von April bis Juni um 10,7 Prozent tiefer.

Ein Rückgang dieser Größenordnung sei einzigartig seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 hätten einen enormen Ausfall der Konsumnachfrage mit sich gebracht. Wertschöpfungseinbußen bei Tourismus, Verkehr, Handel, persönlichen Dienstleistungen sowie Kunst, Unterhaltung und Erholung hätten das gezeigt. Auch die Industrie und die Exportnachfrage seien im Gleichklang mit dem internationalen Umfeld eingebrochen.

IHS erwartet moderates Wachstum

Das Institut für Höhere Studien (IHS) hatte vorige Woche zur neuen Mittelfristprognose erklärt, der Tiefpunkt der Rezession dürfte bereits im zweiten Quartal des heurigen Jahres erreicht worden sein, sodass die globale Wirtschaft nun wieder zu einem moderaten Wachstum zurückkehre.

Die BIP-Entwicklung Österreichs im ersten Quartal wurde vom WIFO nur geringfügig revidiert und liegt für Jänner bis März bei minus 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und minus 2,4 Prozent gegenüber der Vorperiode, also dem Schlussquartal 2019.

Auch deutsche Konjunktur eingebrochen

Auch die deutsche Wirtschaft brach im zweiten Quartal wegen der Coronavirus-Krise im Rekordtempo ein. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt heute in einer Schnellmeldung mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten ein Minus von 9,0 Prozent erwartet.