Trini Lopez
AP/Cheryl Diaz Meyer/The Dallas Morning News
1937–2020

US-Sänger Trini Lopez ist tot

Der Sänger und Gitarrist Trini Lopez, der mit seiner Interpretation des Kultsongs „If I Had a Hammer“ berühmt wurde, ist tot. Medienberichten zufolge starb er am Dienstag in einem Krankenhaus im kalifornischen Palm Springs. Nach Angaben seines Kollegen und Geschäftspartners Joe Chavira starb Lopez mit 83 Jahren an der Lungenkrankheit Covid-19.

Als Trinidad Lopez III. wurde er als Sohn mexikanischer Einwanderer im Mai 1937 geboren und wuchs in einem Elendsviertel von Dallas in Texas auf. Bei einem Auftritt in einem Nachtclub in Hollywood wurde er von Frank Sinatra entdeckt, der ihn bei seiner Plattenfirma Reprise Records unter Vertrag nahm. Lopez’ Darbietungen der Songs „If I Had a Hammer“, „Lemon Tree“ und „La Bamba“ wurden in den 1960er Jahren zu Hits.

Seine Interpretation von „If I Had a Hammer“ katapultierte den aus Mexiko stammenden US-Sänger in 25 Ländern auf Platz eins der Hitlisten, die Platte wurde millionenfach verkauft. Er nahm Dutzende Alben auf, hatte Gigs in Las Vegas und ging weltweit auf Tour. Lopez spielte auch in Hollywood-Filmen mit, darunter in Robert Aldrichs Kriegsfilm „Das dreckige Dutzend“ (1967). Außerdem hatte er mehrere Auftritte in Fernsehsendungen.

Achtjahresvertrag bei Sinatra

Lopez kämpfte allerdings zunächst in der Musikbranche um Anerkennung – allen voran wegen seiner Herkunft. Auf Wunsch seiner ersten Plattenfirma sollte er seinen mexikanischen Familiennamen ablegen. Einmal erschien ein Album sogar nur als Instrumentalversion, weil die Bandmitglieder ihren Leadsänger in einer heimlichen Absprache mit dem Produzenten ausgebootet hatten.

Nachdem sich kein Erfolg abzeichnete, verließ Lopez Dallas, verdingte sich als Sänger in einem Nachtclub in Hollywood – und wurde prompt von Sinatra entdeckt. Der vermittelte dem talentierten Kollegen auf Anhieb einen exklusiven Achtjahresvertrag bei seinem eigenen Label. Hier entstanden die schwungvollen, melodischen Songs, mit denen Lopez dem Freiheitsgefühl der 60er Jahre so unnachahmlich Ausdruck verlieh: „I’am Coming Home, Cindy“, „Lemon Tree“, „Kansas City“, „Michael“ und natürlich „La Bamba“, das erste Lied, das er von seinem mexikanischen Vater gelernt hatte.

Andre Rieu und Trini Lopez in einem Studio in Maastricht
APA/AFP/Marcel van Hoorn
Trini Lopez bereitete sich 2013 mit dem Dirigenten Andre Rieu auf ein Musikprojekt vor

Erste Gitarre um zwölf Dollar

Sein Vater, selbst ein Sänger und Tänzer, kaufte dem elfjährigen Sohn trotz aller Armut für unerschwingliche zwölf US-Dollar eine Gitarre – er hatte ein schlechtes Gewissen, weil er den Sohn wegen seines Herumhängens auf der Straße geschlagen hatte. „Eine Tracht Prügel hat buchstäblich mein Leben verändert“, erzählte Lopez später. Lopez selbst entwarf zwei Gitarren für die Marke Gibson, The Trini Lopez Standard und The Lopez Deluxe, die von 1964 bis 1971 produziert wurden. Seine Gitarren werden von Musikern und Musikerinnen geschätzt, darunter Foo Fighters’ Dave Grohl.

„Heute hat die Welt traurigerweise eine weitere Legende verloren, Trini Lopez. Trini hinterließ nicht nur selbst ein schönes musikalisches Vermächtnis, sondern prägte unwissentlich auch den Klang der Foo Fighters“, twitterte Grohl auf dem Twitter-Account der Foo Fighters. „Jedes Album, das wir je gemacht haben, vom ersten bis zum letzten, wurde mit meiner roten Trini-Lopez-Signature-Gitarre aufgenommen“, so Grohl. „Sie ist mein wertvollster Besitz seit dem Tag, an dem ich sie 1992 gekauft habe. Vielen Dank, Trini.“

„Wichtiger ist es, nett zu sein“

Insgesamt hat der Sänger mehr als 50 Alben auf den Markt gebracht. Bei Auftritten quer durch die USA, Lateinamerika und Europa begeisterte er – immer mit einem Texas-Hut auf dem Kopf – das Publikum mit seiner warmen Stimme und den ins Blut gehenden Rhythmen. Seit 2003 ist er in der Hall of Fame für lateinamerikanische Musik vertreten. Der Erfolgsmusiker engagierte sich bis zuletzt in zahlreichen sozialen Projekten. „Es ist nett, wichtig zu sein“, sagte er vor wenigen Jahren, „aber noch wichtiger ist es, nett zu sein.“