Gesichtserkennung laut Innenministerium im Regelbetrieb

Das Gesichtserkennungssystem des Innenministeriums ist nach einem rund einjährigen Versuchs- mit Anfang August in den Regelbetrieb übergegangen. Das berichtete das Ö1-Mittagsjournal heute u. a. aufgrund einer parlamentarischen Anfragebeantwortung der NEOS. Laut BMI-Sprecher Harald Sörös wurde das System bisher 581-mal in Anspruch genommen, 83 Verdächtige wurden durch die Software identifiziert.

Vom Bundeskriminalamt werden Bilder etwa nach Bank- oder Tankstellenüberfällen mit einer Fotodatenbank des Innenministeriums abgeglichen, die Tatverdächtige enthält. Der Ermittler bekomme die wahrscheinlichsten Treffer vorgelegt und entscheide danach selbst über das weitere Vorgehen, sagte Sörös. Eine weitere Ausweitung des 450.000 Euro teuren Systems sei, so das Ministerium, weder geplant noch möglich.

Kritik von SPÖ und epicenter-works

Kritik kam dennoch von Thomas Loninger, Geschäftsführer von epicenter.works: „Es ist die Frage, wie frei wir uns im öffentlichen Raum bewegen können und ob jedes Foto, das von uns online ist, uns auch zugeordnet werden kann.“

„Heimlich, still und leise wird nun eine Software zur Gesichtserkennung eingesetzt. So geht das nicht mehr, wir werden dem ganz genau nachgehen“, meinte die Sprecherin für Netzpolitik im SPÖ-Parlamentsklub, Katharina Kucharowits. Es gebe Grundrechte, die wir achten und schützen müssten. „Algorithmen sind fehlerhaft. Das wissen wir auch aus etlichen Studien. Soll die Entscheidung über den Menschen wirklich einer Maschine überlassen werden?“, so Kucharowits.