Pringles in der Dose
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Pringles

Dose soll umweltfreundlicher werden

Kartoffelchips gibt es in ganz vielen Formen – was Qualität und Design betrifft. Zumindest bei Letzterem stach die Kellogg’s-Marke Pringles mit der Dose immer hervor. Diese gehört mit den Verbundmaterialien aber auch zu den umweltschädlichsten Verpackungen. Das soll sich nun ändern. Zumindest in Großbritannien kommt eine neu designte Dose auf den Markt.

Kellogg’s kommt damit der seit Jahren anhaltenden Kritik von Umweltschützern an der Verpackung, dass diese nämlich praktisch nicht recycelbar ist, entgegen. Der Boden besteht aus Metall, der Verschluss aus Plastik mit einer folierten Pappröhre.

Die britische Recycling Association kürte die Dose zum „Recycling-Bösewicht“. Kellogg’s probiert es laut der Fachwebsite Bakeryandsnacks.com nun mit einer Pappdose, auch wenn sie etwa weiter einen Plastikdeckel hat und somit aus ökologischer Sicht nicht ideal ist.

Möglichst ein Material

Das räumte Kellogg’s auch gegenüber Bakeryandsnacks.com ein: Demnach gab es im vergangenen Jahr einen Versuch mit einer reinen Aludose in Italien, die jetzige Kartondose ist ein weiterer Versuch.

Rund 90 Prozent der neuen Dose bestehen aus Papier. Rund zehn Prozent bestehen aus einer Plastikabdeckung, die die gepressten Chips vor Luft und Feuchtigkeit schützt, berichtete die BBC. Für den Deckel gibt es zwei Optionen – eine aus recycelbarem Plastik und eine aus recycelbarem Papier. Laut Kellogg’s ist bei beiden weiterhin das charakteristische Geräusch beim Öffnen zu hören.

„Plastikdeckel muss weg“

Simon Ellin von der Recycling Association betonte gegenüber der BBC, die Pringles-Dose sei „eine Festung des schlechten Designs aus Sicht von Recyclern“ gewesen. Die neue Version sei „eine Verbesserung, die wir begrüßen“. Ellin fügte jedoch hinzu: „Aber wenn sie beim Plastikveschluss bleiben, wird das die Plastikverschmutzung nur vergrößern. Leute lassen sie bei Picknicks einfach liegen, und sie geraten so in die Flüsse und das Meer. Der Plastikdeckel muss weg.“

Kellogg’s betonte seinerseits, dass die Verpackung luftdicht sein müsse, da ansonsten die Chips schlecht würden. Das neue Design wurde ein Jahr lang entwickelt. Pringles haben ein Haltbarkeitsdatum von 15 Monaten – rund drei Millionen Dosen werden allein in Europa täglich verkauft.

Innen mit Mischfolie

Ellin betonte, man müsse nun einmal testen, wie gut die neue Papierdose recycelt werden kann. Sie ist innen mit einer Polyal-Folie (ein Gemisch aus Polyethylen und Aluminium, Anm.) beschichtet. Kellogg’s hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 alle Verpackungen wiederverwendbar, recycelbar oder kompostierbar zu machen.

Vorstoß gegen Plastikmüll in Österreich

In Österreich wird derzeit ebenfalls – auf gesetzlicher Ebene – ein Anlauf genommen, die Plastikverschmutzung zu reduzieren. Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) präsentierte erst vor wenigen Tagen die Leitlinien für die demnächst in Begutachtung gehende Novelle zum Abfallwirtschaftsgesetz: Neben einer verbindlichen Quote für Mehrwegflaschen im Handel kündigte sie ein Pfand auf Einwegflaschen und eine Abgabe für Erstellung und Import von Kunststoffen an – damit sollen auch Strafzahlungen an die EU vermieden werden. Dafür gab es Lob und Kritik von verschiedenen Seiten.