Russischer Neonazi tot in Gefängniszelle gefunden

Ein wegen Angriffen auf Homosexuelle und Drogendealer bekannter und inhaftierter russischer Neonazi ist tot. Maxim „Tesak“ (Beil) Marzinkewitsch sei in der Früh in seiner Gefängniszelle gefunden worden, teilte die Behörden der Region Tscheljabinsk gestern mit. Reanimationsversuche seien gescheitert. Die Behörden gingen davon aus, dass sich der 36-Jährige das Leben nahm.

Marzinkewitsch hatte früher rechtsextreme Jugendgruppen geleitet und mit Hakenkreuzen posiert. Er wurde mit einer Selbstjustizkampagne namens „Occupy Pädophilia“ bekannt, für die er Schwule in Treffen mit minderjährigen Buben lockte und Angriffe gegen sie auf Video aufnahm.

Wegen einer ähnlichen Kampagne gegen mutmaßliche Drogendealer war er 2017 wegen des Todes eines seiner Opfer zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden, nachdem er bereits 2014 wegen extremistischer Videos ins Gefängnis musste.

Laut einem Kanal mit seinem Namen beim Onlinedienst Telegram sollte der 36-Jährige dennoch im Mai 2021 freigelassen werden. Sein Anwalt sagte dem russischen Staatssender RT, Marzinkewitsch habe von Drohungen von Sicherheitsbeamten berichtet. Diese hätten ihn dazu bewegen wollen, weitere Verbrechen einzugestehen und ihm gesagt, dass weitere Ermittlungen gegen ihn laufen würden.