„Zensur“: Nantes verschiebt Mongolen-Schau wegen China

Im französischen Nantes ist eine Ausstellung über den mongolischen Herrscher Dschingis Khan (1162–1227) nach Druck aus China verschoben worden. Das Schloss der Herzöge der Bretagne in Nantes wirft der chinesischen Regierung „Zensur“ vor und gibt an, dass sich diese bereits seit Jahren in die Konzeption der Schau einzumischen versuche.

Die chinesischen Behörden sollen gefordert haben, „Dschingis Khan“ aus dem Titel der Schau zu entfernen. Ebenso unerwähnt sollten Begriffe wie „Reich“ oder „Mongolen“ bleiben. Auch in Sachen Broschüren, Legenden und Karten wollte China das Sagen haben. „Wir haben uns dazu entschlossen, die Produktion im Namen der menschlichen, wissenschaftlichen und ethischen Werte, die wir vertreten, zu stoppen“, so Museumschef Bertrand Guillet.

Museumschef: China wollte Geschichte umschreiben

Die Schau war ursprünglich in Zusammenarbeit mit dem Museum der Inneren Mongolei in Hohhot, China, geplant. Laut Guillet hat die chinesische Behörde für Kulturerbe jedoch weitreichende Änderungen gefordert, die die mongolische Kultur und Geschichte zugunsten eines „neuen nationalen Narrativs“ umgeschrieben hätte.

Erst vor wenigen Wochen hatte China drastische Schritte ergriffen, um mehr Einfluss in der autonomen Region der Inneren Mongolei zu erlangen. Seit Schulbeginn im September soll dort viel weniger auf Mongolisch unterrichtet werden, dafür in Mandarin (Hochchinesisch), der Hauptsprache Chinas. Die mongolische Minderheit in China protestierte dagegen.