Aserbaidschan: Zwölf Tote bei Raketenangriff auf Wohngebiet

Bei einem Raketenangriff auf die aserbaidschanische Stadt Gandscha sind zwölf Zivilisten und Zivilistinnen getötet und mehr als 40 weitere Menschen verletzt worden. Mehrere Häuserreihen in einem Wohnviertel der 300.000 Einwohner zählenden Stadt seien bei dem Angriff heute zerstört worden, teilte die aserbaidschanische Generalstaatsanwaltschaft mit. Auch in einem anderen Teil der Stadt schlugen Bomben ein.

Rettungskräfte suchen in Trümmern nach Überlebenden in der Stadt Ganja
Reuters/Umit Bektas

Ein dritter Angriff richtete sich gegen die nahe gelegene Stadt Mingecevir. Über mögliche Opfer bei diesen beiden Attacken wurde zunächst nichts bekannt. Nur Stunden zuvor hatten aserbaidschanische Streitkräfte die armenische Stadt Stepanakert beschossen.

Gefechte trotz Waffenruhe

Trotz der Einigung auf eine Waffenruhe vergangene Woche halten die heftigen Gefechte zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Südkaukasus-Region Bergkarabach an. Der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt war Ende September nach einer Phase relativer Ruhe wieder voll entbrannt. Seit Beginn der Gefechte wurden bereits Hunderte Menschen getötet, darunter auch Dutzende Zivilisten.

Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium erklärte, an der Front weitere Geländegewinne erzielt zu haben. Nach Angaben des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev hat sein Militär zudem mehrere Dörfer und eine Stadt in dem Konfliktgebiet unter eigene Kontrolle gebracht. Armenien wiederum berichtete von Raketenangriffen der aserbaidschanischen Seite, darunter auf die Stadt Stepanakert in Bergkarabach. Dabei seien mindestens drei Zivilisten verletzt worden.