Erneut Demonstrationen in Thailand

Trotz der Festnahmen von Aktivisten und eines Versammlungsverbotes haben in Thailand erneut Tausende Menschen gegen die Regierung von Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha demonstriert. Sieben Menschen seien nach friedlichen Protesten am Vortag in Bangkok festgenommen worden, teilte heute die Rechtshilfegruppe Thai Lawyers for Human Rights mit.

Demonstration in thailändischer Hauptstadt Bangkok
Reuters/Soe Zeya Tun

Unter ihnen sei Panupong Jadnok, einer der wenigen bis dahin noch freien Köpfe der Demokratiebewegung. Beamte in Zivilbekleidung hätten ihn mitgenommen. Unbeeindruckt davon versammelten sich jedoch erneut landesweit Tausende Regierungskritikerinnen und -kritiker zum Protest. In rund 20 Städten fanden Kundgebungen statt.

Zusammenkünfte verboten

Die Regierung hatte nach einer Großdemonstration in Bangkok, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Regierungssitz marschiert waren und dort kampiert hatten, Zusammenkünfte von mehr als fünf Personen verboten und mehrere Straßen sperren lassen. Auch heute wurden in der Hauptstadt vorübergehend 15 Bahnhöfe gesperrt, um die Proteste zu behindern.

In dem südostasiatischen Land gibt es seit Monaten Massendemonstrationen. Die Demonstrierenden fordern den Rücktritt des Regierungschefs, eine Neuwahl und umfassende Reformen. General Chan-o-cha ist seit einem Putsch des Militärs 2014 an der Macht. Die Demokratiebewegung fordert auch ein Ende der Einschüchterung von Bürgern und politischen Gegnern.

Es geht aber auch um die Rolle der Monarchie und ein strenges Gesetz, das bis zu 15 Jahre Haft für Majestätsbeleidigung vorsieht. Das Thema war in dem südostasiatischen Land lange ein Tabu. Das Königshaus hat in Thailand aber weiterhin viele Anhängerinnen und Anhänger.