Bayern: Kontaktbeschränkungen auch für Privaträume

Im Kampf gegen das Coronavirus werden im deutschen Bundesland Bayern ab dem 2. November noch strengere Kontaktbeschränkungen gelten als von Bund und Ländern vereinbart – nämlich ausdrücklich auch in Privaträumen.

Zudem werden bis Ende November Veranstaltungen aller Art untersagt und nicht nur solche, die der Unterhaltung dienen. Ausnahmen gelten nur für Gottesdienste und Demonstrationen. Das beschloss das bayrische Kabinett heute in München.

In Bayern gilt somit grundsätzlich verbindlich, dass sich – egal wo – nur noch die Angehörigen des eigenen und eines weiteren Haushalts treffen dürfen, und zwar mit insgesamt maximal zehn Personen. Der Bund-Länder-Beschluss von gestern hatte das nur für den „Aufenthalt in der Öffentlichkeit“ explizit geregelt.

Zudem werden in Bayern auch „ernstere“ Veranstaltungen wie Vereinsversammlungen untersagt. Bund und Länder hatten sich lediglich auf ein Verbot von Unterhaltungsveranstaltungen verständigt.

Katastrophenfall möglich

Wegen der stark steigenden Infektionszahlen erwägt Bayern zudem die baldige Ausrufung des Katastrophenfalls. In den nächsten Tagen könne das notwendig werden, um auf die „dramatische Entwicklung“ besser reagieren zu können, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Kabinettssitzung.

In Bayern habe sich binnen neun Tagen die Belegung der Intensivbetten verdoppelt, in einigen Regionen drohten in den kommenden Tagen bereits Kapazitätsengpässe. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls könne das Land die Verteilung der Intensivpatienten besser koordinieren. Im Freistaat seien heute 3.057 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet worden, berichtete Söder. „Das ist eine neue Rekordzahl.“