Großrazzia gegen Rechtsextremisten

In einem österreichweiten Großeinsatz ist der Verfassungsschutz gestern gegen die rechtsextreme Szene vorgegangen. In sieben Bundesländern wurden auf Anordnung verschiedener Staatsanwaltschaften elf Hausdurchsuchungen durchgeführt, teilte das Innenministerium in einer Aussendung mit.

Allen Beschuldigten wird vorgeworfen, sich im Sinne des Verbotsgesetzes wiederbetätigt zu haben. Zum Großteil sei „Hass im Netz“ verbreitet worden.

Bei den insgesamt 40 Verdächtigen wurden laut Innenministerium Mobiltelefone, Datenträger und Gegenstände sichergestellt, die mit den vorgeworfenen Straftaten in Verbindung stehen, etwa NS-Devotionalien.

14 der 40 Personen sind legale Waffenbesitzer, gegen zwei Personen besteht ein aufrechtes Waffenverbot, vier Personen sind Rechtsextremisten mit Szenezugehörigkeit bzw. haben einschlägige Vorstrafen. In sieben Fällen war zudem der Verdacht der Verhetzung Grund für das Einschreiten.

NS-Wiederbetätigung in Sozialen Netzwerken

Die Vorfälle sollen sich in WhatsApp-Gruppen, auf Facebook und im Rahmen von Chats beim Online-Gaming zugetragen haben. Derzeit laufen noch diverse Einvernahmen von Beschuldigten. Die Auswertung der sichergestellten Mobiltelefone und Datenträger sowie von Schriftstücken und Propagandamaterial sollen noch längere Zeit in Anspruch nehmen, hieß es.

Insgesamt waren fast 150 Beamte am Einsatz beteiligt. Neben Kräften des Bundesamtes und der Landesämter für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung kamen das Einsatzkommando Cobra/DSE, Landespolizeidirektionen und Landeskriminalämter zum Einsatz.