Verwerfungen nach Anschlag auf iranischen Atomphysiker

Nachdem heute ein hochrangiger iranischer Atomphysiker einem Anschlag zum Opfer gefallen ist, gibt Teheran die Schuld politischen Feinden. Mohsen Fachrisadeh wurde in Absard, einem Vorort östlich der Hauptstadt Teheran, erschossen. Der 63-Jährige starb laut staatlichen Medien an seinen Verletzungen in einem Krankenhaus.

Die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von „Terroristen“, die nahe der Hauptstadt zunächst ein Auto in die Luft gesprengt hätten. Dann hätten sie das Feuer auf das Fahrzeug mit dem Wissenschaftler und seinen Leibwächtern eröffnet. Die Nachrichtenagentur FARS meldete unter Berufung auf Augenzeugen, auch drei bis vier der mutmaßlichen Angreifer seien getötet worden.

Urheberschaft unbekannt

Während die iranischen Medien Fachrisadeh als „Märtyrer“ bezeichneten, stand er bei westlichen Staaten und in Israel sowie bei im Exil lebenden Gegnern der iranischen Führung im Verdacht, der Architekt eines verdeckten Atomwaffenprogramms gewesen zu sein, das 2003 eingestellt worden sei. Die USA und Israel gehen von einer versuchten Fortführung des Programms aus.

Ein Militärberater des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei warf Israel auf Twitter vor, „in den letzten Tagen seines Verbündeten“ US-Präsident Donald Trump einen „ausgewachsenen Krieg“ anzetteln zu wollen. Zuvor hatte Außenminister Mohammad Dschawad Sarif auf Twitter Israel mitverantwortlich für die Tat gemacht. Noch gibt es jedoch keine Klarheit, wer hinter dem Anschlag steckt. Die USA und Israel hatten zuvor eine Stellungnahme zu dem Attentat abgelehnt.