Notenblatt von Beethoven im Original
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Beethoven-ABC

L wie Lesart

Wie viele Noten hat uns Beethoven, der schnell assoziierte und ebenso schnell komponierte, hinterlassen. Die schwierige Frage der Lesart gehört zur Rekonstruktion dessen, was Beethoven bei bestimmten Kompositionen gemeint hat. Die Kopisten, die die Noten zu Beethovens Kompositionen niederschrieben, nehmen eine Schlüsselposition in der Überlieferung ein. Denn ein Beethoven-Manuskript, so Michael Korstick, „das sieht manchmal so aus wie ein Blatt Papier, über das die Hühner gelaufen sind“.

Ob man einen Sonatensatz bei Beethoven in C- oder Es-Dur beginnt, ist keine ganz zu vernachlässigende Frage. Dennoch gibt es Überlieferungslücken oder auch Missverständnisse dazu, welche Lesart zu einem bestimmten Stück zu gelten habe.

Wenn man so manches Manuskript von Beethoven anschaue, so Korstick, dann könnte man nur sagen: „der arme Kopist, der die Vorlage für den Stecher macht“.

Beethoven-ABC: L wie Lesart

L wie Lesart

Ein Manuskript allein hilft nicht

Das Beethoven-ABC

So funktioniert das Beethoven-ABC.

Gott sei Dank habe man ja von Beethoven noch sehr viele Manuskripte. Das Problem dabei: „Viele sehen so aus, als wären da Hühner übers Papier gelaufen.“ An anderer Stelle hätte Beethoven Noten, die er nicht haben wollte, so ausradiert, dass man Löcher auf dem Blatt habe.

„Und so kamen diese komischen Terzen zustande, weil jeweils für eine Note ein Loch und eine Note geschrieben waren. Unser Respekt gilt den Notenlesern und Kopisten“, so Korstick. Hätten wir nur die Manuskripte als Interpreten, würde uns die beste Lesebrille nicht helfen.