„Öffnungsgipfel“: Verweis auf Sicherheitskonzepte

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer hat gestern zu einem ganztägigen „Öffnungsgipfel“ geladen, in dem zahlreiche Branchenvertreter ein Wiederaufsperren der Gastronomie, Hotellerie, von Kunst- und Kulturstätten, Kinos sowie Freizeit- und Sportbetrieben im März forderten.

Einmal mehr wurde auf die eigenen Sicherheitskonzepte verwiesen, die hohen Infektionszahlen seien zu einem erheblichen Teil den vielen Testungen geschuldet. Aktuelle negative Tests sollen Voraussetzung sein, um ins Wirtshaus oder Theater, ins Hotel oder Kino zu gehen. Außerdem verpflichten sich alle zu umfassenden Sicherheitskonzepten mit Abständen und Maskenpflicht. Mediziner sehen eine baldige Öffnung aber eher skeptisch.

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Wirtschaft zeichnet düsteres Bild

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) ließ im Vorfeld der Veranstaltung in einer Aussendung offen, wann die Branchen öffnen können – das will die Regierung am Montag nach Beratungen mit Experten, Opposition und Ländervertretern entscheiden. Mahrer betonte: „Was nicht geht, ist keine Perspektive.“ Und WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf ergänzte: „Wir erwarten uns noch erste Öffnungsschritte im März, am besten am 15.“

In der Wirtschaft wächst jedenfalls der Druck. Ein düsteres Bild für die nächsten Jahre zeichnete hier Sacher-Chef Mathias Winkler. Erst in den Jahren 2024 oder 2025 werde die Hotellerie wieder Gewinne einfahren, die Investitionen erlauben.

Gastro-Fachverbandsobmann Mario Pulker verteidigte heute die ursprüngliche Ablehnung der Masken- und Testpflicht durch die Wirte. Hier habe es auch bei den Gästen ein Umdenken und eine neue Akzeptanz gegeben.

Kulturbetriebe verweisen auf Präventionskonzepte

Eine ausreichende Vorlaufzeit von drei bis vier Wochen und Testbereitschaft des Publikums sind für die Kino- und Theaterbranche die Voraussetzungen für eine baldige Wiedereröffnung. „Wir sind nicht Gefährder, sondern Ermöglicher“, unterstrich Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele, den mehrmaligen Verweis auf Präventionskonzepte.

Laut Christian Dörfler, Obmann des WKÖ-Fachverbands der Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe, sei die Kinobranche „absolut bereit, aufzusperren“. Wie eine deutsche Studie sowie eigene Messungen ergeben hätten, seien Kinosäle „absolut sicher“.

Der Wunsch nach Planungssicherheit dominierte schließlich auch die Diskussion der Vertreter aus dem Bereich Theater. „Es geht jetzt darum, mit diesem Virus zu leben“, unterstrich Veranstalter und Agent Georg Hoanzl. Franz Patay, Geschäftsführer der Vereinigten Bühnen Wien, pochte auf eine baldige konkrete Perspektive: „Es ist ja nicht so, dass man das Licht aufdreht und alles spielt.“

Zwischen Frustration und Verzweiflung

Dramatische Worte fand auch Wolfgang Suitner von der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe: „Die Stimmung schwankt zwischen Frustration und Verzweiflung. Wir haben die volle wirtschaftliche Breitseite abbekommen.“

Klare Worte hatte Ewald Tatar von Barracuda Music („Nova Rock“) parat, der der Politik vorwarf, nicht genug Mut zu Entscheidungen zu haben. Man solle klar sagen, ab welcher Personenanzahl Konzerte im Freien möglich seien.