Rotes Kreuz und Caritas warnen vor Hunger im Südsudan

Die humanitäre Lage im ostafrikanischen Südsudan wird angesichts einer Gemengelage aus Hunger, Überschwemmung und Gewalt zunehmend besorgniserregend. „Das Überleben Zehntausender Menschen im jüngsten Staat der Welt hängt am seidenen Faden, die Hälfte der Südsudanesen befindet sich in einer kritischen Ernährungssituation“, sagte Oliver Müller, der Leiter des Hilfswerks des Deutschen Caritasverbandes, heute. Tausende Menschen seien vom Hungertod bedroht.

Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sprach von einer lebensbedrohlichen Ernährungslage, da die Ernte fast überall im Land durchschnittlich 50 Prozent niedriger ausfalle als im Vorjahr.

Pandemie zusätzliche Erschwernis

„Unsere Recherchen ergaben, dass Klimaschocks in Verbindung mit anhaltendem Konflikt und bewaffneter Gewalt den Übergang der Gemeinschaften von der Nahrungsmittelhilfe zur unabhängigen Nahrungsproduktion extrem schwierig machen“, sagte IKRK-Generaldirektor Robet Mardini. Die Pandemie schaffe zudem weitere Hürden.

In dem ölreichen Land in Ostafrika wurden bisher offiziell 8.414 Infektionen und 100 Todesfälle registriert. Das Coronavirus hat auch den Staatsapparat von Präsident Salva Kiir Mayardit im Griff. Obwohl der Bürgerkrieg bereits im Jahr 2018 beendet wurde, kommt es dort immer wieder zu blutigen Zusammenstößen.