Impfstoffe: EU-Kommissionsvize räumt Fehler ein

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans hat Versäumnisse bei der Bestellung der CoV-Impfstoffe eingeräumt. „Sowohl in Brüssel als auch in den Mitgliedstaaten“ seien Fehler gemacht worden, sagte er dem deutschen „Tagesspiegel am Sonntag“. Am Ende der Pandemie könne man Bilanz ziehen, um zu sehen, „was wir falsch und was wir richtig gemacht haben“. Vorerst gehe es aber erst einmal darum, „dass ganz Europa Impfstoff bekommt“.

Ein europäisches Vorgehen sei „auch im Interesse der reicheren Staaten“ wie Deutschland erfolgt, ergänzte der Stellvertreter von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Blick auf die gemeinschaftliche Impfstoffbestellung.

1,4 Milliarden Dosen bestellt

Die EU-Kommission hat von den vier in der EU zugelassenen Impfstoffen insgesamt mindestens 1,4 Milliarden Dosen geordert – eigentlich mehr als genug für die rund 450 Millionen Europäer. Allerdings steht die Kommission seit Längerem in der Kritik, unter anderem weil ihr zögerliches Handeln und strategische Fehler bei der Bestellung von Impfstoffen vorgeworfen werden.

Weber für AZ-Exportstopp

Der Fraktionschef der konservativen EVP im EU-Parlament, Manfred Weber(CSU), forderte einen Exportstopp für alle in der EU produzierten Impfstoffdosen des britisch-schwedischen Impfstoffherstellers AstraZeneca, solange dieser seine Zusagen nicht erfülle. „Es entsteht der Eindruck, dass andere Länder gegenüber der EU bevorzugt werden“, sagte Weber laut einem Vorabbericht der „Welt am Sonntag“. Zuvor hatte AstraZeneca erneut Lieferkürzungen für die EU angekündigt.