Venedig und Florenz stellen Plan für Tourismusneustart vor

Die Bürgermeister von Venedig und Florenz haben der Regierung in Rom einen Zehnpunktekatalog mit Vorschlägen für den Neustart des Tourismus vorgestellt. Maßnahmen zum Schutz des Handwerks und lokaler Produktionen und eine Neuregelung für die Vermietung von Ferienwohnungen sind einige Schwerpunkte des gestern vorgestellten Programms.

Die Gemeinden fordern Unterstützung für den Nahverkehr, der wegen des Touristenschwunds mit einem starken Einnahmenrückgang konfrontiert ist. Allein in Venedig seien 2020 80 Mio. Euro durch den Verkauf von Fahrkarten für die öffentlichen Verkehrsmittel ausgefallen, 2021 werde der Verlust 60 Mio. Euro betragen, berichtete der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, bei einer Pressekonferenz. Der Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, forderte mehr Kompetenzen für die Gemeinden in Sachen Sicherheit der Touristen.

90-Tage-Limit für Private

Private, die auf Onlineplattformen wie Airbnb ihre Wohnungen anbieten, sollen das nur 90 Tage im Jahr tun können. Sie sollen außerdem maximal zwei Ferienwohnungen vermieten können. Über diese Grenzen hinaus soll das Steuersystem angewendet werden, das für Hotels gilt, lautet die Forderung der beiden Bürgermeister. Damit will man vermeiden, dass Private zu einer zu starken Konkurrenz für Hotels werden.

Die beiden Stadtchefs riefen die Kollegen anderer Kulturstädte in Italien auf, den Maßnahmenkatalog zu unterzeichnen und ihn vor der Regierung zu fördern. Es sei wichtig, nach dem Ende der Pandemie neue Wege eines nachhaltigen Tourismus zu beschreiten.