Folter in Bahrain „wesentlicher Teil“ des Systems

Zehn Jahre nach der Niederschlagung von Antiregierungsprotesten in Bahrain beklagen Menschenrechtler den anhaltenden Einsatz von Folter in dem Königreich. Das Gulf Centre for Human Rights (GCHR) veröffentlichte heute einen Bericht, der Folter als „wesentlichen Bestandteil des bahrainischen Justizsystems“ bezeichnet. Mit Folter würden regelmäßig Geständnisse zu „vagen und fadenscheinigen“ Vorwürfen erzwungen und dann als belastende Beweismittel vor Gericht verwendet.

In dem kleinen Golfstaat mit rund 1,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gingen die Menschen im Frühjahr 2011 gegen die Regierung auf die Straße, auch inspiriert von Demonstrationen in Tunesien und Ägypten. Die Proteste in Bahrain wurden von der schiitischen Mehrheit getragen, die sich vom sunnitischen Herrscherhaus diskriminiert fühlt.

Saudische Unterstützung für Militär

Unterstützt von saudischen Sicherheitskräften beendete das Militär die Proteste in der Hauptstadt Manama am 16. März gewaltsam. Seitdem geht die Führung mit harter Hand gegen die schiitische Opposition vor.

Das GCHR stützt sich unter anderem auf Berichte mehrerer Opfer von Folter in Bahrain. Sie wurden eigenen Aussagen zufolge geschlagen, mit Elektroschocks malträtiert, extremen Temperaturen ausgesetzt, sexuell missbraucht und auch mit anderen erniedrigenden Methoden behandelt.

Die Organisation Americans for Democracy & Human Rights in Bahrain (ADHRB), das den Bericht am Dienstag mit dem GCHR und drei weiteren Organisationen veröffentlichte, hatte Folter schon 2019 als „gängigste Menschenrechtsverletzung“ in dem Land bezeichnet.