Wirecard: Verwunderung über russischen Tweet zu Marsalek

In einer Sitzung des Untersuchungsausschusses des deutschen Bundestags zum Wirecard-Skandal hat heute ein Tweet des russischen Außenministeriums für Aufsehen gesorgt. Dabei geht es auch um eine der Schlüsselfiguren des Bilanzbetrugsskandals, den untergetauchten ehemaligen Wirecard-Vertriebsvorstand Jan Marsalek.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, die Untersuchung der Insolvenz von Wirecard im Jahr 2020 in Deutschland gehe weiter: „Die Spekulationen über die angeblich engen Beziehungen des Geschäftsführers J. Marsalek zu den Sonderdiensten von Russland sorgen für Verwirrung. Wir warnen Deutschland davor, diese Geschichte zu politisieren.“

Spekulationen über Verbleib

Der SPD-Obmann im Untersuchungsausschuss, Jens Zimmermann, las den Tweet im Ausschuss vor. Worauf genau sich das russische Außenministerium bezog, ist unklar. Zuvor war ein Vertreter des Kanzleramtes in einer nicht öffentlichen Sitzung dazu befragt worden, ob das Kanzleramt wisse, wo Marsalek sei.

SPD-Obmann Zimmerman sagte der dpa: „Die heutige Stellungnahme des russischen Außenministeriums platzt wie eine Bombe in die Beratungen des Wirecard-Untersuchungsausschusses.“ Verbindungen von Marsalek nach Russland stünden schon lange im Raum, ebenso wie Spekulationen über seinen Aufenthaltsort, sagte Zimmermann. „Warum sich die russische Regierung jetzt zu diesem Schritt genötigt sieht, wirft neue Fragen auf. Statt einer klaren Absage an mögliche Verbindungen soll der Bundestag offenbar bei seiner Aufklärung eingeschüchtert werden.“