Militärchefs aus zwölf Ländern kritisieren Gewalt in Myanmar

Die Militärchefs von einem Dutzend Ländern, darunter die USA und Deutschland, haben die Gewalt der Militärjunta in Myanmar gegen die Zivilbevölkerung gemeinsam verurteilt. „Ein professionelles Militär folgt internationalen Verhaltensstandards und ist verantwortlich für den Schutz – nicht die Verletzung – des Volkes, dem es dient“, hieß es in der heute veröffentlichten ungewöhnlichen gemeinsamen Erklärung, an der sich auch Großbritannien, Italien, Griechenland, die Niederlande, Dänemark, Japan, Südkorea, Kanada, Australien und Neuseeland beteiligten.

Die Militärchefs forderten Myanmars Armee auf, „die Gewalt einzustellen und darauf hinzuwirken, den Respekt und die Glaubwürdigkeit bei Myanmars Volk wiederherzustellen, den sie durch ihre Handlungen verloren hat“.

UNO fordert Eingreifen

Der UNO-Sonderberichterstatter für Myanmar, Tom Andrews, bezeichne das Vorgehen in dem Land indes als „Massenmord“. Es sei an der Zeit für die Welt einzugreifen – wenn nicht durch den Sicherheitsrat, dann durch ein internationales Gipfeltreffen zu Myanmar, teilte Andrews mit. Man könne die Öl- und Gaszahlungen und damit die Finanzströme an das Militär in dem Land einstellen oder den Zugang des Militärs zu Waffen stoppen. Verurteilende oder besorgte Äußerungen seien wenig tröstlich für die Menschen in Myanmar.

Zuletzt fast 90 Menschen getötet

Am gestrigen, dem mit einer Militärparade begangenen Tag der Armee in Myanmar, waren fast 90 Menschen von Sicherheitskräften getötet worden, wie die örtliche Organisation für politische Gefangene (AAPP) erklärte. Damit war es der bisher blutigste Tag der Proteste gegen die Militärherrschaft in dem südostasiatischen Land. Laut den Vereinten Nationen waren auch Kinder unter den Opfern.

Seit dem Militärputsch am 1. Februar sieht sich die Junta in Myanmar heftigen Protesten gegenüber, gegen die sie äußerst brutal vorgeht. Mehr als 2.600 Demonstranten und Demonstrantinnen wurden seit Beginn der Proteste festgenommen, insgesamt fast 420 Menschen wurden nach Angaben von örtlichen Menschenrechtsaktivisten getötet. Die Demonstranten fordern unter anderem die Freilassung der entmachteten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi und eine Rückkehr zur Demokratie.