Impfung: Italiens Richter drohen mit Streiks

Weil ihnen kein Vorrang bei der Impfkampagne gewährt wird, drohen die italienischen Richter und Richterinnen mit einem Streik. So sollen nicht dringende Verhandlungen ausgesetzt werden, kündigte der Richterverband ANM heute an. Damit protestiert der Verband gegen den Beschluss der Regierung von Premier Mario Draghi, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Justizsystems keinen Vorrang bei den Impfungen zu geben.

Es sei unannehmbar, dass das Justizwesen gegenüber anderen Kategorien als unwichtiger eingestuft werde. Justizministerin Marta Cartabia gab zwar zu, dass die Beschäftigten des Justizsystems eine wesentliche Rolle im Land spielen, zuerst müsse sich Italien jedoch um Senioren und Senorinnen sowie die Angestellten des Gesundheitswesens kümmern.

Kampagne verläuft nicht reibungslos

Wegen Engpässen bei den Impfstoffen und der Ineffizienz einiger regionaler Anmeldeplattformen ist es in den vergangenen Tagen verstärkt zu Problemen gekommen. Ermittlungen laufen außerdem, weil in einigen Regionen bestimmten Berufsgruppen Zugang zur Impfung gegeben wurde, obwohl sie laut dem nationalen Impfplan nicht als prioritär gelten.

Die Liste der Personen, die geimpft wurden, obwohl sie nicht zu den vom Impfplan bevorzugten Gruppen zählen, ist lang, beklagte die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“. So laufen auch Justizermittlungen, um Verstößen gegen die Vorschriften des Impfplans nachzugehen.