Spitälern droht „systemkritische Auslastungsgrenze“

Ein düsteres Szenario haben die Expertinnen und Experten, die für das Gesundheitsministerium wöchentlich eine Covid-19-Prognose erstellen, gezeichnet. Demzufolge werden im Schnitt weiter täglich 3.800 Neuinfektionen dazukommen.

Dramatisch wird es in den Spitälern. Nach Einschätzung der Expertinnen und Experten wird österreichweit der intensivmedizinische Betreuungsbedarf für Covid-19-Patientinnen und -Patienten steigen und die „systemkritische Auslastungsgrenze“ von einem Drittel der Gesamtkapazitäten im Intensivbereich überschreiten.

In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland liegt der Covid-19-Belag in den Krankenhäusern bereits jetzt über dieser Grenze. In Wien ist mit einem deutlichen Anstieg auf 270 Intensivpatienten zu rechnen. Eng dürfte es demnächst auch auf den Intensivstationen in Oberösterreich werden.

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B.1.1.7. treibender Faktor

Die Covid-19-Erkrankten, die ein Spitalsbett benötigen, werden „unabhängig von den getroffenen Maßnahmen (inkl. Impfung) und den geänderten Umweltbedingungen“ zunehmen, hielt das Konsortium in seiner heute publik gemachten Vorschau fest. Treibender Faktor für die nicht nachlassenden Infektionszahlen ist die zuerst in Großbritannien nachgewiesene Variante B.1.1.7., die mittlerweile in ganz Österreich das Infektionsgeschehen dominiert und mehr als 70 Prozent aller Fälle ausmacht.

Nächsten Mittwoch könnte bei den Infektionszahlen die 4.000er-Marke überschritten werden. Bezogen auf Österreich geht das Prognosekonsortium an diesem Tag von einer 7-Tage-Inzidenz von 305,0 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner aus.