Merkel telefoniert mit Putin über Ukraine und Nawalny

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat heute in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einen Abbau der russischen „Truppenverstärkungen“ im Umfeld der Ostukraine gefordert. Wie Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin mitteilte, nannte die Kanzlerin diese Truppenverringerung erforderlich, um „eine Deeskalation der Lage zu erreichen“.

Der Präsident und die Kanzlerin sprachen den Angaben aus Moskau und Berlin zufolge auch über den in Russland inhaftierten Kreml-Kritiker Alexej Nawalny, den Syrien-Konflikt und die Lage in Libyen und Bosnien-Herzegowina.

„Besorgt“ über Eskalation der Spannungen

Merkel und Putin hätten sich „besorgt über die Eskalation der Spannungen im Südosten der Ukraine“ geäußert, teilte der Kreml zu dem Telefonat mit. Putin warf der ukrainischen Regierung den Angaben zufolge „provokative Handlungen“ vor, die „gezielt die Situation an der Front verschärfen“.

Seit Mitte Februar gibt es wieder verstärkt militärische Auseinandersetzungen zwischen prorussischen Kämpfern und der Regierungsarmee in der Ostukraine. Die Ukraine und der Westen machen die prorussischen Kämpfer und Moskau für die Zuspitzung der Lage verantwortlich. Zuletzt lösten Berichte über große russische Truppenverlegungen an die Grenze zur Ukraine große Besorgnis im Westen aus.

Merkel und Putin riefen dem Kreml zufolge zur „Zurückhaltung und Aktivierung des Verhandlungsprozesses“ auf. Die Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland unter deutsch-französischer Beteiligung sind derzeit festgefahren.

Russland verlegt Kriegsschiffe ins Schwarze Meer

Russland verlegte indes einem Medienbericht zufolge mehrere Artillerie- und Landungsschiffe vom Kaspischen ins Schwarze Meer, an dem unter anderem die Ukraine liegt. Dort sollen sie an Übungen teilnehmen, meldete die Nachrichtenagentur Interfax.

Die Regierung in Kiew wirft Russland vor, seit Wochen Truppen an der Grenze zur Ukraine zu verstärken. Unterdessen besucht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski die Frontlinie im Osten des Landes.