CDU-Präsidium für Laschet als Kanzlerkandidaten

Das CDU-Präsidium in Deutschland hat sich einmütig hinter eine Kanzlerkandidatur von Parteichef Armin Laschet gestellt. Das bestätigte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier heute nach einer Sitzung des Präsidiums.

Das CDU-Präsidium habe Laschet ohne Ausnahme unterstützt, sagte Bouffier. Damit erteilte die CDU den Ambitionen des bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der sich gestern ebenfalls als Kanzlerkandidat angeboten hatte, eine klare Absage.

„Halten ihn für außergewöhnlich geeignet“

Bouffier sagte, man habe keinen Beschluss gefasst – das war auch nicht geplant. Die Vorstellung der CDU-Spitze sei es, eine gemeinsame Lösung mit der bayrischen Schwesterpartei CSU in Wochenfrist hinzubekommen.

Bouffier ergänzte mit Blick auf Laschet, das Präsidium habe deutlich gemacht, „dass wir ihn für außergewöhnlich geeignet halten, und ihn gebeten, mit Markus Söder jetzt gemeinsam den weiteren Weg zu besprechen, wie wir das machen“.

Die Herausforderung sei so groß, „dass wir die nur gemeinsam stemmen können“, sagte er und nannte die Bewältigung der Pandemie und die Lage in Europa. „Wir glauben, dass die Union das am besten kann. Aber das kann sie nur dann, wenn CDU und CSU ganz eng beieinander sind und wir das in einem wirklich guten Prozess miteinander dann auch zu Ende bringen.“ Er sei zuversichtlich, dass das gelinge.

Laschet und Söder wollen vor Presse treten

Im Anschluss an die Präsidiumssitzung wollte Laschet auch im Bundesvorstand für Unterstützung werben. Auch dort soll man sich laut Kreisen für Laschet ausgesprochen haben. Laschet und Söder hatten gestern erstmals ihre Bereitschaft zur Kandidatur öffentlich erklärt. Laschet will die Öffentlichkeit am frühen Nachmittag über das Ergebnis der Beratungen der CDU-Spitze informieren. Ursprünglich war geplant, dass sich Generalsekretär Paul Ziemiak den Fragen stellt.

Am Nachmittag wollte auch das CSU-Präsidium über die Frage der deutschen Kanzlerkandidatur beraten. Söder hatte seine Kandidatur gestern bei einem gemeinsamen Auftritt mit Laschet vor der Spitze der Unionsfraktion von einer breiten Unterstützung durch die CDU abhängig gemacht. Bayerns Ministerpräsident sagte zu, sich anderenfalls einzuordnen und ohne Groll mit Laschet zusammenzuarbeiten.