Belgien und Schweiz lockern Maßnahmen

Belgien will einige Coronavirus-Einschränkungen lockern. So sollen nicht zwingend notwendige Ein- und Ausreisen von Montag an wieder erlaubt sein, wie Ministerpräsident Alexander De Croo heute nach stundenlangen Regierungsberatungen in Brüssel sagte. Eine Woche später dürfen wieder Einzelhandel ohne Terminvergabe sowie Friseure öffnen, im Freien sind dann Treffen mit zehn statt vier Personen erlaubt. Restaurants und Bars dürfen ihre Außenbereiche am 8. Mai nach monatelanger Pause wieder öffnen. Die nächtliche Ausgangssperre soll dann einem Versammlungsverbot weichen.

Die Infektionszahlen in Belgien sind hoch, aber rückläufig. In den vergangenen zwei Wochen wurden täglich im Schnitt 471 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus registriert. Die Zahl der Coronavirus-Toten stieg im gleichen Zeitraum um fast 50 Prozent auf täglich durchschnittlich knapp 40. Die Intensivstationen in dem 11,5-Millionen-Einwohner-Land stehen unter großem Druck. Deshalb habe man sich für ein vorsichtiges Vorgehen entschieden, sagte De Croo. Bisher wurden mehr als zwei Millionen Belgierinnen und Belgier mindestens einmal geimpft – fast jeder fünfte Einwohner.

Auch Schweiz lockert

Auch die Schweiz lockert ihre Coronavirus-Restriktionen weiter. So dürfen ab Montag Restaurants und Bars ihre Außenbereiche wieder öffnen, wobei maximal vier Gäste pro Tisch erlaubt sind, wie die Regierung in Bern heute ankündigte. Auch Kinos, Theater und Konzerthallen dürfen wieder aufmachen, dabei ist eine maximale Zahl von 50 Besuchern erlaubt.

Publikumsveranstaltungen in Außenbereichen wie etwa Sportereignisse und Open-Air-Konzerte sind wieder möglich, dürfen aber nur von höchstens 100 Menschen besucht werden. Ebenso ist der Präsenzunterricht an den Universitäten wieder zulässig. Private Sportaktivitäten sind nun in Gruppen von bis zu 15 Menschen erlaubt.

Der Bundesrat in Bern nannte die Coronavirus-Lage im Land zwar weiterhin fragil, die Situation habe sich in den vergangenen Wochen weiter verschlechtert. Doch sei das Risiko der Lockerungsschritte vertretbar. Der Bundesrat verwies dabei auf die fortschreitende Impfkampagne sowie die „laufende Ausdehnung der Teststrategie“. Gesundheitsminister Alain Berset lobte zudem, dass sich der Großteil der Bevölkerung weiterhin vorsichtig verhalte. „Wir können ein gewisses Risiko in Kauf nehmen“, sagte er.