Iran dämpft Erwartungen bei Wiener Atomgesprächen

Die Wiener Gespräche über eine Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran sollen heute fortgesetzt werden. Teilnehmer der unter Schirmherrschaft der EU stattfindenden Verhandlungen sind die verbliebenen Vertragsparteien Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland sowie der Iran, der keine direkten Gespräche mit den USA führen will, die 2018 aus dem 2015 vereinbarten Abkommen ausgestiegen sind.

Während sich der Vertreter Russlands im Vorfeld der jüngsten Verhandlungsrunde vorsichtig optimistisch zeigte, dämpfte der iranische Chefverhandler die Erwartungen. In den Wiener Gesprächen sei noch keine, nicht einmal eine vorübergehende und teilweise Einigung über die mögliche Rückkehr der USA zum Atomabkommen von 2015 erzielt worden, betonte der iranische Vizeaußenminister Abbas Araqchi.

Beseitigung der US-Sanktionen erörtern

„Der Iran nutzt die Gespräche nur, um den ‚letzten Schritt‘ zur Beseitigung unterdrückerischer US-Sanktionen zu erörtern“, sagte Araqchi gegenüber dem staatlichen Fernsehen. Die Islamische Republik lehne Verhandlungen, die sich lange hinziehen, ab. Bisher seien die Differenzen noch nicht beigelegt worden.

Araqchi bekräftigte, dass einige ernsthafte Meinungsverschiedenheiten während weiterer Verhandlungen beigelegt werden müssten. Der hochrangige Diplomat äußerte sich in Übereinstimmung mit Aussagen von Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei, der vor langwierigen Gesprächen zur Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015 gewarnt hatte. Zudem hatte er die Vorschläge der USA während der Gespräche zurückgewiesen.

Russischer Botschafter: „Entwurfsphase“

Demgegenüber hatte der russische Botschafter bei den UNO-Organisationen in Wien, Michail Uljanow, gestern erklärt, dass die laufenden Verhandlungen in Wien in eine „Entwurfsphase“ einer möglichen Vereinbarung eingetreten seien. Allerdings sei man von der Lösung einiger Probleme „noch weit entfernt“.