Gewalt gegen Frauen: Regierung schnürt Maßnahmenpaket

Nach der Serie an Frauenmorden haben die zuständigen Regierungsmitglieder heute ein Maßnahmenpaket gegen die Gewalt in der Privatsphäre präsentiert. So sollen künftig der Datenaustausch zwischen den einzelnen Einrichtungen verbessert, die Fallkonferenzen verstärkt und die Tatmotive besser durchleuchtet werden.

Zudem soll jede Polizeiinspektion in ganz Österreich über speziell ausgebildete Präventionsbeamte verfügen, kündigte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) an.

„Wir müssen uns die Motive und Hintergründe von Gewalttaten gegen Frauen noch besser anschauen. Psychische Störungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch, aber auch ehrkulturelle Machtfantasien und patriarchales Eigentumsdenken können Faktoren sein, die zu Gewalt führen. Das werden wir gemeinsam mit dem Innenminister genau untersuchen, um dann zusätzliche Maßnahmen ableiten zu können“, sagte Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP).

Auch die Justiz will nachbessern. „Die bestmögliche Sicherung von Beweisen durch Polizei und Staatsanwaltschaften ist eine Voraussetzung für eine spätere Verurteilung der Täter vor Gericht“, sagte Justizminister Alma Zadic (Grüne). Auf Initiative von Zadic und Raab wird kommende Woche auch ein runder Tisch zum Thema Gewaltschutz stattfinden, zu dem auch die Opferschutzeinrichtungen geladen sind.