Brot mit Schinken und Käse
Getty Images/iStockphoto/Jgphoto76
Schinken, Käse und Brot

WHO legt Grenzwerte für Salzsünder fest

Zu viel Salz im Essen ist auf Dauer nicht gut für die Gesundheit, und doch konsumieren die meisten Menschen mehr, als ihnen zuträglich ist. Denn Salz steckt vor allem in verarbeiteten Lebensmitteln. Bei einigen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun Grenzwerte für den Salzgehalt empfohlen.

Salz wird zu 80 Prozent durch verarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte, Fleisch- und Wurstwaren, Käse und salzige Snacks, aber auch Kekse und Süßwaren sowie durch Lebensmittel, die wie Brot häufig in großen Mengen konsumiert werden, aufgenommen. Sich mit dem Salzstreuer beim Würzen von Speisen bei Tisch oder während des Kochens zurückzunehmen, bringt relativ wenig.

Für den Menschen ist Salz lebensnotwendig, doch genügen schon kleine Mengen. Allgemein empfiehlt die WHO, nicht mehr als fünf Gramm Salz pro Tag zu sich zu nehmen. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) empfiehlt höchstens sechs Gramm. Diese Menge entspricht in etwa einem gestrichenen Teelöffel Salz pro Tag.

Tabelle für Schinken, Brot & Co.

Viele verzehren allerdings das Doppelte der empfohlenen Tagesmenge. Laut einer Studie von 2019 nehmen etwa Frauen in Deutschland durchschnittlich 8,4 Gramm und Männer zehn Gramm Salz zu sich. 50 Prozent der Männer und 38,5 Prozent der Frauen nehmen täglich mehr als zehn Gramm Salz auf.

Salzige Erdnüsse
Getty Images/iStockphoto/Neydtstock
Manchem Snack ist der Salzgehalt anzusehen

Die WHO legte daher eine Tabelle mit empfohlenen Höchstwerten für einige Dutzend Nahrungsmittel vor, allerdings wird mit der Natriummenge gerechnet. Ein Gramm Natrium entspricht 2,5 Gramm Kochsalz. So sollen etwa 100 Gramm süße Kekse nicht mehr als 265 Milligramm Natrium enthalten. Unter den rund 60 Richtwerten sind außerdem: Popcorn, Nüsse und Kerne 280, Sauerteig- und Hefebrot 330, tiefgekühlte Pizza 450, Käse wie reifer Gouda 625, Tomatenketchup 650 und Muskelfleisch wie Serrano-Schinken 950 – das heißt: 100 Gramm dieses Schinkens sollen nicht mehr als 950 Milligramm Natrium enthalten.

Ursache für Bluthochdruck und die Folgen

Ein hoher Konsum von Salz bleibt aber selten folgenlos. Nach Angaben von Experten kann er den Blutdruck in die Höhe treiben. Und Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die fast ein Drittel der weltweiten Todesfälle ausmachen, die nicht auf ansteckende Krankheiten zurückzuführen sind.

Pizza
Getty Images/d3sign
Salzbombe Tiefkühlpizza

Nach WHO-Angaben gehen weltweit von den elf Millionen Todesfällen im Jahr, die Risikofaktoren in der Ernährung verursachen, drei Millionen auf den Verzehr von zu viel Salz zurück. Zu salzhaltiges Essen könne auch zu chronischen Leberkrankheiten, Nierenleiden, Fettleibigkeit und Magenkrebs beitragen, so die WHO.

Ziel: 30 Prozent weniger Salzkonsum

Die WHO ermuntert Länder, eigene Maßstäbe innerhalb der Richtwerte zu setzen. Sie hat für ihre Liste schon vorhandene Grenzwerte aus verschiedenen Ländern zugrunde gelegt. Sie seien wissenschaftlich geprüft, medizinisch sinnvoll und einhaltbar. In Österreich wurde etwa der Salzgehalt in Brot bereits im Jahr 2012 um 14 Prozent verringert. Großbritannien setzte mit den „Salt Targets“ schon 2003 die Reduktion von Salz in Lebensmitteln auf die Agenda.

2013 hatten die WHO-Mitgliedsländer das Ziel ausgegeben, bis 2025 den Salzkonsum der Menschen im Schnitt um 30 Prozent zu reduzieren. Laut dem Ernährungsbericht 2020 betrug der Rückgang pro Jahr aber nur 0,2 Prozent statt der nötigen 2,4 Prozent. Deshalb dürfte dieses Ziel nicht erreicht werden, so die WHO.