EMA-Chefin gegen Patentfreigabe für Impfstoffe

In der Diskussion über eine mögliche Freigabe der Patente für Impfstoffe gegen das Coronavirus hat sich die Chefin der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA), Emer Cooke, gegen diese Idee ausgesprochen.

Das löse die akuten Probleme nicht und schaffe kein Umfeld für Innovationen, denen die Vakzine zu verdanken seien, sagte Cooke im Interview mit dem „Handelsblatt“ und weiteren europäischen Medien. Dagegen sei alles hilfreich, was zur Produktion und zur internationalen Kooperation beitrage. US-Präsident Joe Biden hatte vor Kurzem die Diskussion über Patentfreigabe angestoßen. Das wird aber vor allem in der EU abgelehnt.

„Möchte nicht gleichen Fehler noch einmal machen“

Mit Skepsis reagierte sie auch auf die Diskussion über ein Ende der Restriktionen und Freiheit für Geimpfte. „Ich weiß, dass man nicht einfach sagen kann: ‚Wenn du zwei Impfungen hattest, kannst du dich frei bewegen‘“, so die EMA-Chefin. „Wenn wir es (das Coronavirus, Anm.) am Anfang ernst genug genommen hätten, wären wir vielleicht in einer anderen Situation. Ich möchte also nicht, dass wir den gleichen Fehler noch einmal machen.“

Sie schloss zudem eine rasche Rückkehr zur Normalität aus. „Wir müssen wachsam bleiben und mehr lernen darüber, wie wir mit dem Virus umgehen, was auch immer das neue normale Leben sein wird.“