Erneut Raketenangriffe und Verletzte in Israel

In der Nacht auf heute sind erneut zahlreiche Raketen auf israelische Städte abgefeuert worden. Bei den Angriffen wurden in Petah Tikva fünf Menschen verletzt und ins Spital gebracht, teilte die Polizei mit. Es habe einen direkten Treffer in der Stadt gegeben. Petah Tikva liegt im Osten der Küstenmetropole Tel Aviv, in der zuvor Raketenalarm ausgelöst worden war. Medienberichten zufolge gab es erstmals auch im Norden des Landes Raketenalarm.

Seit Montagabend beschießen militante Palästinenser Israel massiv mit Raketen, es wurden bereits weit über tausend Geschoße abgefeuert. Insgesamt seien über 1.600 Raketen abgefeuert worden, wie ein Militärsprecher heute Früh mitteilte. Ihm zufolge starben seit Beginn des Beschusses aus dem Gazastreifen bisher sieben Menschen in Israel, sechs Zivilisten und ein Soldat.

Ausweitung von Militäreinsatz beschlossen

Die israelische Armee reagiert auf den Beschuss mit dem umfangreichsten Bombardement seit dem Gaza-Krieg des Jahres 2014. Laut dem Gesundheitsministerium im Gaza-Streifen kamen bereits 65 Menschen ums Leben, mehrere hundert wurden verletzt.

Das israelische Sicherheitskabinett beschloss gestern Abend eine Ausweitung des Militäreinsatzes gegen die im Gazastreifen herrschende islamistischen Hamas. Die Armee solle von sofort an gezielt „Symbole der Hamas-Herrschaft“ in dem Palästinensergebiet angreifen, berichtete der Sender Kanal 12.

Biden-Telefonat mit Netanjahu

Unterdessen schalteten sich auch die USA in die Bemühungen um eine Deeskalation ein. US-Außenminister Antony Blinken sagte in Washington, er habe den zuständigen Spitzendiplomaten Hady Amr darum gebeten, umgehend in die Region zu reisen und sich mit führenden Vertretern beider Seiten zu treffen. US-Präsident Joe Biden äußerte in einem Telefonat mit dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu den Wunsch nach einem Ende der Gewalt, betonte aber zugleich: „Israel hat das Recht, sich selbst zu verteidigen.“ Netanjahu teilte dem US-Präsidenten nach Angaben seines Büros mit, dass Israel seine Militärschläge gegen die Hamas fortsetzen werde.