Proteste in Kolumbien: Außenministerin tritt zurück

Nach von Gewalt überschatteten Protesten regierungskritischer Demonstranten und Demonstrantinnen in Kolumbien hat Außenministerin Claudia Blum ihren Posten geräumt. Das berichteten kolumbianische Medien gestern (Ortszeit).

Gründe für den Rücktritt wurden offiziell nicht bekanntgegeben, Berichte führten dafür unter anderem die Kritik an Blums Krisenmanagement an. Nachfolgerin wird demnach die stellvertretende Ministerin Adriana Mejia.

Dutzende Tote, 168 Vermisste

Seit zwei Wochen ist es in Kolumbien zu zahlreichen Protesten gekommen, bei denen es auch zu Ausschreitungen kam. Mindestens 42 Menschen sind nach den jüngsten Angaben der nationalen Ombudsstelle während der Protesttage ums Leben gekommen, 168 Personen werden vermisst.

Proteste im kolumbischen Barranquilla
Reuters

Zunächst hatten die Menschen gegen eine umstrittene, inzwischen zurückgenommene Steuerreform demonstriert. Wirtschaftsminister Alberto Carrasquilla trat deshalb bereits zurück. Die meisten Demonstranten haben nun neue Ziele, wie den Widerstand gegen eine geplante Gesundheitsreform und den Einsatz für den brüchig gewordenen Friedensprozess mit der FARC-Guerilla.

Zugleich erlebt das über 50 Millionen Einwohnerinen und Einwohner zählende Land derzeit einen der schwersten Momente der Pandemie mit einer hohen Auslastung der Krankenhäuser. Mehr als drei Millionen Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert, fast 80.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.