Untersuchung zu Diana-Interview: Journalist Bashir verlässt BBC

Das Interview aus dem Jahr 1995 ist in die Geschichte eingegangen: Prinzessin Diana sagte damals im Gespräch mit dem Journalisten Martin Bashir: „Wir waren in dieser Ehe zu dritt, es waren also ein bisschen viele.“ Auch machte sie selbst bekannt, eine Affäre gehabt zu haben. Das Interview war der Höhepunkt einer beispiellosen Schlammschlacht unter den britischen Royals vor laufenden Kameras. Bashir machte der Coup aber berühmt: Mehr als 200 Millionen Menschen verfolgten weltweit den Kollaps der Thronfolgerehe.

Martin Bashir
AP/Nick Ut

Später kamen Zweifel auf über Bashirs Methoden: Dianas Bruder, Charles Spencer, warf Bashir vor, sich das Interview damals mit unlauteren Methoden – etwa gefälschten Kontoauszügen – verschafft zu haben. Diese sollten den Eindruck erwecken, Menschen wären dafür bezahlt worden, Informationen über Diana preiszugeben. Damit habe er die Prinzessin dazu verleiten wollen, offen zu reden. Die BBC leitete in der Folge eine interne Untersuchung ein, es wurde aber schon angekündigt, dass der Journalist keine rechtlichen Konsequenzen fürchten müsse.

Nun verlässt Bashir die BBC, deren Religionsabteilung er seit 2016 leitete. Der Abgang erfolge aus gesundheitlichen Günden, schrieb das Medienhaus, nachdem Bashir wegen Herzproblemen bereits mehrere Monate ausgesetzt hatte. Doch auch die BBC brachte Bashirs Entschluss in Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen ihn. Man wünsche ihm aber baldige Genesung.