Mordprozess gegen US-Immobilienerben Durst geht weiter

Nach 14-monatiger Unterbrechung ist der aufsehenerregende Mordprozess gegen den New Yorker Immobilienerben Robert Durst wieder aufgenommen worden. Ein Richter in Los Angeles lehnte einen Antrag der Verteidigung ab, das Verfahren erneut zu vertagen.

Dursts Anwalt hatte argumentiert, die lange Prozesspause wegen der Coronavirus-Pandemie habe seinem Mandaten geschadet. Außerdem leide der 78-Jährige an zahlreichen Gesundheitsproblemen und habe unter anderem Krebs. Richter Mark Windham erklärte dazu, es gebe keinerlei Hinweis, dass Dursts geistige Fähigkeiten eingeschränkt seien.

Freundin erschossen, Frau verschwunden

Durst wird vorgeworfen, im Dezember 2000 seine enge Freundin Susan Berman in ihrem Haus in Los Angeles mit einem Schuss in den Hinterkopf getötet zu haben. Er habe verhindern wollen, dass die Krimiautorin von der Polizei zum Verschwinden seiner Ehefrau Kathleen im Jahr 1982 befragt wird. Auch diesbezüglich steht Durst unter Verdacht.

Der Immobilienerbe weist die Vorwürfe zurück. Er war im März 2015 in einem Hotelzimmer in New Orleans festgenommen worden – nur wenige Stunden vor Ausstrahlung des Finales der HBO-Fernsehdokumentation „The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst“ („Der Unglücksbringer: Das Leben und die Tode des Robert Durst“).

Unabsichtliches Geständnis?

Darin hatte Durst offenbar unbeabsichtigt eine Art Mordgeständnis abgelegt. Der Multimillionär war sich offenbar nicht bewusst, dass das Mikrofon eingeschaltet war, als er die Toilette aufsuchte. Dabei murmelte er vor sich hin: „Was zum Teufel habe ich getan? Sie alle umgebracht, natürlich.“ Dursts Anwälte argumentieren, die Aufnahme sei stark bearbeitet und verändert worden.

Die HBO-Dokumentation befasste sich auch ausführlich mit dem Tod eines Nachbarn Dursts im Bundesstaat Texas im Jahr 2001. Der Immobilienerbe hatte den Mann in einer Auseinandersetzung erschossen und dessen Leiche zerstückelt. Zwei Jahre später wurde er aber überraschend wegen Notwehr freigesprochen. Damals lebte er unter falschem Namen in Texas und gab sich als stumme Frau aus.