Colonial-Pipeline bestätigt Lösegeldzahlung

Der Betreiber der Colonial-Pipeline in den USA hat eingeräumt, nach einem Cyberangriff ein Millionenlösegeld an die Hacker gezahlt zu haben. Unternehmenschef Joseph Blount bestätigte dem „Wall Street Journal“ gestern eine Zahlung von 4,4 Millionen Dollar (rund 3,6 Mio. Euro). „Ich weiß, dass das eine hochumstrittene Entscheidung ist“, sagte Blount. „Aber es war das Richtige für das Land.“

Er habe die Entscheidung zur Lösegeldzahlung nicht „leichtfertig“ getroffen, sagte der Colonial-Pipeline-Chef: „Ich gebe zu, dass ich mich nicht gut dabei fühlte zu sehen, dass Geld an solche Leute geht.“ Lösegeldzahlungen an Hacker sind umstritten, weil damit ein kriminelles Geschäftsmodell bedient wird. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte bereits vergangene Woche über eine fünf Millionen Dollar schwere Lösegeldzahlung spekuliert. Das Unternehmen wollte das zu diesem Zeitpunkt nicht kommentieren.

Die Colonial-Pipeline war vor rund eineinhalb Wochen Ziel eines Angriffs mit einem Erpressungstrojaner geworden. Die vom Volumen her größte Pipeline der USA, die von Houston im Bundesstaat Texas bis in den Großraum New York führt, wurde deswegen vorübergehend stillgelegt. Das führte zu Versorgungsengpässen bei Tankstellen im Osten der USA, die durch Panikkäufe zahlreicher Autofahrer noch verschlimmert wurden.