New York hat einen neuen Inselpark im Hudson River

Nach jahrelangen Diskussionen, Verzögerungen und Kostenexplosionen hat New York einen neuen Inselpark. Hunderte Menschen strömten gestern zu „Little Island“ (Kleine Insel) an der Westküste Manhattans, einem auf Stelzen im Hudson River gebauten Park. Neben Blumen, Bäumen, Wiesen und Ausblicken auf die Skyline Manhattans bietet die Anlage auch Theateranlagen für Veranstaltungen unter freiem Himmel sowie Snack- und Getränkestände. Finanziert wurde der Bau von Medienmogul Barry Diller mit rund 260 Millionen Dollar (etwa 210 Millionen Euro).

Inselpark „Little Island“ im Hudson River
Michael Grimm

An der Stelle von „Little Island“ lag einst der Pier 54, eine Anlegestelle für Ozeanriesen der britischen Schifffahrtsgesellschaft Cunard-White Star. 1912 legte hier die „Carpathia“ an, mit mehr als 700 geretteten Passagieren der gesunkenen „Titanic“ an Bord. 1915 legte von hier die „Lusitania“ ab, wenig später wurde sie vor der Südküste Irlands von einem deutschen U-Boot versenkt, knapp 1.200 Menschen starben. Später verrostete der Pier, heute erinnert lediglich eine rostige Stahlstruktur mit der Aufschrift „Cunard White Star“ an die historische Bedeutung. Daneben stehen seit Kurzem Schilder mit der Aufschrift: „Welcome to Little Island“.

Inselpark „Little Island“ im Hudson River
Michael Grimm

Aktivisten protestieren gegen Projekt

Medienmogul Diller – der mit seiner Ehefrau, der Stardesignerin Diane von Fürstenberg, bereits die Wiederbelebung der nahe gelegenen früheren Hochbahnlinie High Line finanziert hat – hatte schon vor mehreren Jahren angekündigt, an der Stelle des Piers einen Park bauen zu wollen. Mit Kosten in Höhe von rund 35 Millionen Dollar hatte er damals gerechnet, das Projekt trug den Arbeitstitel „Pier 55“, wurde aber von vielen Menschen auch als „Diller Island“ bespöttelt.

Aktivisten protestierten unter anderem aus Umweltschutzgründen und ästhetischen Bedenken, die Kosten stiegen – und Diller sagte das Projekt 2017 wieder ab. Erst nach Vermittlung von Gouverneur Andrew Cuomo rang sich Diller doch noch zu einem „letzten Versuch zur Wiederbelebung des Projekts“ durch. Zur Eröffnung bekam der Park nun größtenteils begeisterte Kritiken. Als „Charmeur“ bezeichnete ihn der Architekturkritiker der „New York Times“, Michael Kimmelman.

Nur wenige Wochen zuvor hatte das gegenüber gelegene Whitney Museum bereits eine weitere Attraktion direkt daneben platziert: Eine Skulptur von US-Künstler David Hammons, die die Umrisse eines früheren Hafengebäudes mit Stahlstangen nachzeichnet. Die „Day’s End“ betitelte Stahlstruktur soll von nun an permanent im Hudson River Park zu sehen sein.