Mehrere indische Bundesstaaten haben ihre CoV-Impfungen für 18- bis 40-Jährige aufgrund zur Neige gehender Vorräte vorläufig eingestellt. Das teilten die zuständigen Behörden gestern mit. Die Bundesstaaten, zu denen Chhattisgarh, Delhi, Karnataka, Maharashtra und Rajasthan gehören, gelten als besonders schwer betroffen von der heftigen zweiten CoV-Welle im südasiatischen Land.
In einigen Regionen hatten jedoch auch Menschen, die 45 Jahre oder älter sind, Probleme damit, ihre zweite Impfdosis zu erhalten. In Städten wie Delhi, Mumbai und Pune blieben einige Impfzentren geschlossen. Auf Aushängen war zu lesen, dass die Vorräte aufgebraucht seien.
Regierungsvertretern zufolge ist der Mangel an Impfdosen nur vorübergehend. Zwischen Juni und Dezember sollen etwa zwei Milliarden Impfdosen zur Verfügung stehen. Einige Fachleute stellen diese Schätzungen jedoch infrage und weisen darauf hin, dass sich vier der Impfstoffe, auf die die Regierung ihre Prognosen stützt, noch in klinischen Phasen befinden. Die Kritik am Pandemiemanagement der Regierung unter Premierminister Narendra Modi ist in den vergangenen Wochen lauter geworden.
Indien gegen „indische“ Variante
Zuletzt hatte die Regierung Soziale Netzwerke zur Entfernung von Inhalten aufgefordert, die den Begriff „indische Variante“ enthalten. Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) habe in keinem ihrer Berichte den Begriff im Zusammenhang mit der zuerst in Indien erfassten Variante B.1.617 verwendet. Vertreter des Gesundheitsministeriums sprachen jedoch selbst bei früheren Presseterminen wiederholt von der „britischen“ und der „südafrikanischen Variante“.
Indien mit seinen 1,37 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern meldet seit Mitte April täglich mehr als 300.000 neue Fälle sowie 3.000 bis 4.000 Tote mit einer bestätigten Infektion. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffern noch viel höher liegen dürften. Die Zahl der Neuinfektionen ging in der vergangenen Woche zurück, die der Todesfälle blieb jedoch hoch.