Rebellen töteten 14 Menschen in Peru

Zwei Wochen vor der Präsidentenwahl haben mutmaßliche Rebellen in Zentralperu 14 Menschen getötet. Unter den Opfern des Massakers in einer Bar im Dorf San Miguel del Ene in einer von Drogenanbau geprägten Unruheregion seien auch zwei Kinder, teilte das Verteidigungsministerium des südamerikanischen Landes gestern mit. Die Leichen der Minderjährigen seien verbrannt gewesen.

Hinter dem Angriff steckt nach Einschätzung des Militärs die Guerillaorganisation Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad). In einem am Tatort zurückgelassenen Bekennerschreiben riefen die Täter dazu auf, bei der Präsidentenwahl am 6. Juni nicht für die Rechtspopulistin Keiko Fujimori zu stimmen.

Stichwahl zwischen Fujimori und Castillo

Die Tochter des autoritären Ex-Präsidenten Alberto Fujimori (1990–2000) warb im Wahlkampf für ein politisches System, das demokratische Modelle mit einer Politik der harten Hand vereint. Ihr Vater verbüßt wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen eine 25-jährige Haftstrafe.

In seiner Amtszeit (1990–2000) ließ Fujimori im Kampf gegen den Leuchtenden Pfad seine Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen, das Parlament wurde entmachtet. Zudem wurden Zehntausende indigene Frauen zwangssterilisiert.

Im Falle eines Wahlsiegs will Keiko Fujimori ihren Vater begnadigen. Sie tritt gegen den Sozialisten Pedro Castillo an. Der ehemalige Lehrer von der marxistisch-leninistischen Partei Peru Libre will im Falle eines Wahlsiegs einen sozialistischen Staat aufbauen, die Medien stärker kontrollieren und das Verfassungsgericht abschaffen.