Zahl der Geflüchteten auf Ägäis-Inseln sinkt

Die Zahl der Geflüchteten, die auf den griechischen Inseln in der Ostägäis ausharren, geht zurück. In und um die Registrierlager auf Lesbos, Samos, Chios, Kos und Leros befinden sich erstmals nach mehreren Jahren weniger als 10.000 Menschen.

Nach jüngsten Angaben des Migrationsministeriums lebten am 6. April nur noch rund 9.600 Menschen auf diesen Inseln. Im April 2020 lag die Zahl noch bei gut 40.000 Menschen.

Fast täglich bringt Athen Personen, die augenscheinlich Asyl bekommen werden, zum Festland und entlastet damit die Inseln. Meist handelt es sich um unbegleitete Kinder, Familien und ältere sowie kranke Menschen. Die konservative griechische Regierung hat die Asylverfahren beschleunigt und zusätzliches Personal eingestellt.

Berichte über Pushbacks an Seegrenzen

Die griechische Küstenwache überwacht die Seegrenzen zur Türkei scharf. Humanitäre Organisationen werfen Athen vor, illegale Zurückweisungen in die Türkei, genannt Pushbacks, zu erlauben. Sie widersprechen etwa der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK).

Athen gab indes bekannt, dass Menschen aus Somalia, Pakistan, Afghanistan, Syrien und Bangladesch künftig keinen Asylantrag mehr stellen können, wenn sie aus der Türkei übersetzen, denn die Türkei sei ein sicheres Drittland. Auch das würde der GFK, der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und EU-Recht widersprechen.