Friedensforscher besorgt wegen Trendwende bei Atomwaffen

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI sieht Anzeichen für eine beunruhigende Trendwende in den weltweiten Beständen an Atomwaffen. Zwar ging die Gesamtzahl der atomaren Sprengköpfe weiter zurück, wie aus dem heute veröffentlichten SIPRI-Jahresbericht hervorgeht.

Nach Schätzungen gibt es davon nun noch etwa 13.080. Allerdings sind mehr Atomwaffen einsatzbereit als noch vor einem Jahr. Die Verringerung einsetzbarer Sprengköpfe scheine ins Stocken geraten zu sein, so der Bericht. Gleichzeitig liefen umfassende Programme zur Modernisierung.

„Wenn man nur auf die Gesamtzahl der Atomwaffen schaut, sieht das Abrüstungsbild viel besser aus, als es eigentlich ist“, sagte SIPRI-Experte Matt Korda. Die Zahl gehe aber nur deshalb zurück, weil die beiden größten Atommächte USA und Russland alte Sprengköpfe ausmusterten. „Und da enden die guten Nachrichten. Sowohl die USA und Russland als auch praktisch jeder andere atomar bewaffnete Staat ist mitten in teuren und umfangreichen nuklearen Modernisierungskampagnen, die mit wachsenden Atomwaffenzahlen in den militärischen Lagern enden.“